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24.06.2026, Lokalredaktion
Mit einer bewegenden Rede verabschiedete sich Cornelia Iber‑Rebentisch, langjährige Vorsitzende des Kulturvereins Seefelder Mühle, am Montagabend aus ihrem Amt. Nach über vier Jahrzehnten Engagement in der Region und mehr als 30 Jahren prägender Arbeit für die Seefelder Mühle übergab sie ihre Aufgaben an die nächste Generation – nicht ohne einen eindrucksvollen Rückblick auf ihr Wirken und die Entwicklung des Kulturortes.

Cornelia Iber‑Rebentisch schilderte ihren Weg von Berlin nach Reitland, wo sie gemeinsam mit ihrer Familie ein neues Zuhause fand. Früh engagierte sie sich im örtlichen Vereinsleben und stieß über den Turnverein Seefeld und die Volleyballgruppe auf die Mühle – ein Zufall, der zur Grundlage für ihr jahrzehntelanges Wirken wurde. „Wenn ich gehe, dann geht nur ein Teil von mir“, sagte sie zu Beginn ihrer Rede und machte deutlich, wie eng ihr Leben mit der Mühle verbunden ist.
Mit großem Respekt erinnerte sie an die Aufbauarbeit von Adelrich und Petra Merkel, die die Mühle einst vor dem Verfall bewahrten. Gemeinsam mit vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern entwickelte sie das Konzept eines Kulturortes, der von Beginn an „bottom‑up“ gedacht war: Kultur von Bürgerinnen und Bürgern für die Region. Aus kleinen Schritten entstanden Ausstellungen, Konzerte, Theaterprojekte, Werkstätten, Kurse und ein lebendiger Treffpunkt für Menschen aller Generationen. „Kultur von allen, für alle – Vielfalt aus Prinzip“, fasste sie das Leitmotiv zusammen, das die Arbeit bis heute prägt.
In ihrer Rede würdigte sie die Bedeutung des Ehrenamts, das den Verein seit jeher trägt. Sie erinnerte an die vielen Menschen, die mit Ideen, Zeit und Fachwissen zum Erfolg beigetragen haben – von den Café‑Teams über die Mühlenflüsterer bis hin zu Projektgruppen und Vorstandsmitgliedern. Besonders hob sie die Zusammenarbeit mit Anke Eymers hervor, mit der sie über 20 Jahre täglich Seite an Seite arbeitete, sowie die enge und vertrauensvolle Kooperation mit Linda Grüneisen, die seit fünf Jahren die Geschäftsführung innehat.
Neben den Erfolgen sprach Iber‑Rebentisch auch offen über Herausforderungen: wachsende Bürokratie, finanzielle Unsicherheiten, die Erhaltung der historischen Gebäude und die Belastung, die ehrenamtliche Führungsarbeit mit sich bringt. Dennoch blieb ihre Motivation ungebrochen – ein Engagement, das 2008 mit dem Bundesverdienstorden gewürdigt wurde.
Emotional wurde es, als sie ihrer Familie dankte, insbesondere ihrem Mann Detlef, der ihr „den Rücken freigehalten und gestärkt“ habe, sowie ihrer Tochter, die überraschend zur Versammlung gekommen war. Humorvoll blickte sie auf Dinge, die sie nicht vermissen werde – etwa Projektabrechnungen oder das Schleppen von Stühlen – und auf vieles, das sie vermissen wird: den besonderen Arbeitsplatz, die lebendige Atmosphäre bei Veranstaltungen, die Gespräche mit Künstlern und Gästen und vor allem die Menschen, die den Ort tragen.
Zum Abschluss übergab sie symbolisch ihr Lebensmotto an ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger: „Alles für die Mühle – mein Leben für die Soziokultur.“
Nach und nach verabschiedeten sich ihre Wegbegleiter der verschiedenen Gruppen, die in der Seefelder Mühle beheimatet sind und überreichten nach und Blumen aus Filz, die von Handwebmeisterin Adelheid Kräling-Sieländer gefertigt wurden. Auch Bürgermeister Harald Stindt, der die gute Zusammenarbeit würdigte, verabschiedete die ehemalige Vorsitzende des Kulturzentrums Seefelder Mühle. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)