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27.06.2026, Lokalredaktion
Sieben der neun Städte und Gemeinden in der Wesermarsch hatten zur so genannten Bürgermeister-Runde des Kreisbehindertenbeirates Wesermarsch (KBR) ihre Rathaus-Chefs entsandt. Auch in dieser Hinsicht war die Sitzung im Kreishaus in Brake ein Erfolg.
Mindestens einmal im Jahr lädt der KBR die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ein, damit sie über den Stand der Dinge in Sachen Barrierefreiheit und Inklusion berichten.
Keine Entscheidungen „im stillen Kämmerlein“
Der KBR-Vorsitzende Albert Mumme konnte Christina Winkelmann (Lemwerder), Nils Siemen (Nordenham), Harald Stindt (Stadland), Sascha Stolorz (Ovelgönne), Hartmut Schierenstedt (Berne) und Henning Kaars (Jade) begrüßen. Thomas Schnare vertrat Elsfleths Bürgermeisterin Brigitte Fuchs.
Bürgermeister Siemen ging in seinem Bericht auf das Förderprogramm für die Innenstädte ein, in das Nordenham aufgenommen wurde. Acht Millionen Euro stehen zur Verfügung – finanziert von Bund, Land und Stadt. „Verschiedene Maßnahmen sollen die Barrierefreiheit erhöhen“, kündigte Siemen an. Diese würden „nicht im stillen Kämmerlein beschlossen“. Vielmehr sollten alle wichtigen Akteure, darunter der von Hermann Noelcke geleitete Senioren- und Behindertenbeirat, einbezogen werden.
Im Rückblick erwähnte Nils Siemen unter anderem die inklusiven Sportangebote und die Bemühungen um möglichst barrierefrei zugängliche Feste.
Gutes Miteinander mit den Behindertenbeiräten
Christina Winkelmann betonte in ihrem Bericht die gute Zusammenarbeit mit dem Senioren- und Behindertenbeirat der Gemeinde Lemwerder, unter der Leitung von Heike Krüßmann. Gemeinsam habe es mehrere Veranstaltungen gegeben und weitere seien geplant.
Hartmut Schierenstedt freute sich über die Sanierung der Ortsdurchfahrt von Berne. Dabei sei großer Wert auf Barrierefreiheit gelegt worden. Die sei ebenfalls ein Kriterium beim Bau der neuen Eisenbahnbrücke über die Hunte, die auch Fußgänger und Radfahrer benutzen sollen. Das Projekt ist voraussichtlich spätestens Anfang 2028 abgeschlossen.
Harald Stindt griff das Lob von Winkelmann und Siemen für die Zusammenarbeit mit den Mitbestimmungsgremien auf. In der Gemeinde Stadland funktioniere das Miteinander mit dem Beirat für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen ausgezeichnet; sein Vorsitzender ist Bernhard Tülp. Zum Beispiel bemühen sich die Gemeinde und der Beirat nach Angaben von Bürgermeister Stindt intensiv um einen möglichst barrierefreien Roonkarker Mart. „Mit unserem Volksfest machen wir von Jahr zu Jahr größere Fortschritte“, so Harald Stindt. Eine Herausforderung sei: „Die Schausteller müssen mitspielen.“
Bauliche Investitionen ein wichtiger Schwerpunkt
In der Gemeinde Ovelgönne ist inzwischen ebenfalls ein Behindertenbeirat tätig; als Vorsitzender amtiert Hergen Koopmann. Nach Auffassung von Bürgermeister Stolorz hat sich die Gründung dieses Beirates bewährt. In seinem Bericht während der Bürgermeister-Runde schilderte er den Schwerpunkt beim Thema Barrierefreiheit und Inklusion. Der liegt laut dem Bürgermeister auf baulichen Investitionen. Beispiele seien der Neubau der Schule in Großenmeer und des Bauhofes.
Bauliche Projekte rückte gleichermaßen Thomas Schnare in den Mittelpunkt. Als Beispiele gelten Maßnahmen in der Innenstadt, Liftanlagen im Hallenbad und in der Stadthalle sowie ein barrierefreier Spielplatz im Baugebiet Hohe Kämpe.
Henning Kaars ging in seinem Bericht auf den sozialen Wohnungsbau ein, in Jade „ein großes Thema“. Bereits 75 Wohneinheiten seien umgesetzt und 45 weitere im Bau.
Sitzung am 17. August 2026 mit den Bürgermeister-Kandidaten
Nach den Berichten der Bürgermeister stellte der KBR-Vorsitzende Albert Mumme fest: „Jede Bürgermeisterin und jeder Bürgermeister ist in ihrer oder seiner Gemeinde bemüht, Inklusion voranzubringen. Es hat sich schon viel getan, aber es ist auch noch immer viel zu tun.“
Mumme rief die Kommunen auf, sie sollten beim Wohnraum-Thema nicht nachlassen und außerdem neue Modelle für die medizinische Versorgung entwickeln („die ist in schlechter Verfassung“). Ein weiteres Anliegen des KBR-Vorsitzenden sind die Internetauftritte der Städte und Gemeinden, die alle barrierefrei gestaltet sein müssten.
Die nächste Sitzung des Kreisbehindertenbehindertenbeirates Wesermarsch ist für den 17. August 2026 von 16.30 bis 18 Uhr im Kreishaus Brake, Poggenburger Straße 15, geplant. Zu ihr werden alle Bürgermeister-Kandidatinnen und Bürgermeister-Kandidaten aus der Wesermarsch für die Kommunalwahl am 13. September eingeladen. Die Sitzung ist öffentlich; Gäste sind willkommen. (Foto und Text: Thomas Klaus)
Auf dem Foto von links nach rechts: Harald Stindt; Sascha Stolorz; Albert Mumme; Henning Kaars; Christina Winkelmann; Lukas Handelshauser (stellvertretender KBR-Vorsitzender); Harald Schierenstedt; Nils Siemen.