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07.05.2026, Lokalredaktion
Ein Film von Hermann Pölking und Martin Sündermann
„Feindflug & Feuersturm – Hollywood und der Untergang der deutschen Städte“ ist ein reiner Kompilationsfilm fernab der Geschichtsfilmformate, wie sie das Fernsehen kennt. Die Dokumentation ist eine Montage aus über 40 Filmquellen der Jahre 1938 bis 1945. Die große Mehrheit davon sind native (natürliche) Farbfilme. Die Filmemacher Hermann Pölking und Martin Sündermann nennen „Feindflug & Feuersturm“ ein „filmisches Essay“. Subjektiv, aber faktenbasiert befasst sich ihre Dokumentation nicht nur mit einer Phase deutscher Geschichte. Pölking und Sündermann wollen mit ihrer filmischen Dokumentation die Kriege der Gegenwart reflektieren. Ihrem Film haben Sie angesichts von Ukraine-Krieg, Gaza und aktuell der Iran-Kriege die Frage vorangestellt: „Darf man die Städte der Menschen in Schutt und Asche legen, um Rassisten und Terroristen am Morden zu hindern?“ Hermann Pölking sagt: „Wir haben dazu schwankenden Meinungen. Deshalb befragen wir im Film uns und das Publikum.“
Im Zentrum der Dokumentation steht „The Memphis Belle“. William Wylers („Ben Hur“) 38-Minuten-Film von 1944 für die First Motion Picture Unit der US-Army Air Forces. Wylers Film zeigt den angeblich 25. Feindflug des Bombers mit dem Ziel der Hafenanlagen und U-Bootbunker von Wilhelmshaven. Martin Sündermann: „Das Werk des dreifachen Oscar-Preisträgers Wyler halten viele für den in jeder Hinsicht besten Propagandafilm der Filmgeschichte – ich auch. Aber Wyler arbeitet mit ‚halben Wahrheiten‘.“ Dazu gehört, dass der angeblich letzte Feindflug der Besatzung in Wirklichkeit den 15. Feindflug zeigt und Wyler auch Bilder der späteren Angriffe auf Bremen, Kiel, Helgoland und St. Nazaire eingeschnitten hat – ohne das zu thematisieren.
Wylers Film wird von den Filmemachern mit Aufnahmen der deutschen Heimatfront kontrastiert; Tote nach den Tagesangriffen der Amerikaner und den Nachtangriffen der Briten, Ruinenstädte, 14jährige Luftwaffenhelfer und die hilflose Vorbereitung der Zivilisten auf den Terror des Luftkrieges. Die Dokumentation erinnert an die Einführung des modernen Luftkriegs mit ihren Flächenbombardements durch Hitler-Deutschland im spanischen Bürgerkrieg und konfrontiert das Publikum auch mit den Mordtaten des Nazi-Regimes, denen die Alliierten ein Ende bereiten wollten. In aufwendigen Recherchen in US-, britischen und deutschen Archiven wurden u.a. Aufnahmen aus Berlin, Bremen, Frankfurt, Hamburg, Köln und Leipzig gefunden.
Die Montage von „Feindflug & Feuersturm – Hollywood und der Untergang der deutschen Städte“ weckt Spannung, Emotionen und vermeidet keine Schockwirkungen. „In Zeiten von Kriegen müssen wir Krieg zeigen. Und auch, wie Propaganda funktioniert“ sagen die Filmemacher. (pm/lr – Foto: Kerstin Seeland9
Wann: 10.05.2026, 19:30 Uhr
Wo: Hauptstraße 1, 26919 Brake