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23.08.2026, Lokalredaktion
Helmut Wahmhoff hat seine Sensoren also durchaus am Puls der Zeit und reagiert mit seinen großformatigen Bildkompositionen künstlerisch darauf. Eine kritische Haltung zu gesellschaftlichen Entwicklungen kann man dabei fast durchweg ausmachen. Das aktuelle Werk „Unvermindert weiter“ legt Zeugnis davon ab.
Die Einzelausstellung von Helmut Wahmhoff im Schönhof trägt den Titel „Unvermindert weiter“, wie auch ein gleichnamiges Triptychon von 2026, welches erstmals in der Ausstellung zu sehen sein wird. Der Titel verweist auf eine ursprünglich in Nachrichtensendungen verwendete Formulierung, oft im Zusammenhang mit kriegerischen Konflikten. Damit ist auch schon ein Themenbereich angedeutet, aus dem Wahmhoff seine Bildkompositionen speist.
Bilder aus den Medien regen ihn an zu künstlerischen Serien, angefangen hatte das mit dem Tod von Lady Di im Jahre 1997. Seit dieser Zeit arbeitet Wahmhoff künstlerisch kontinuierlich. Ausgestattet mit einem Studium an der HBK in Kassel zeigte er 2010 seine Werkschau „Malerei bis heute“ in Eigeninitiative in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Mantelfabrik am Schlossplatz in Varel. Es folgte die Ausstellung SWWDGM? in dem Gebäude, was ihm 10 Jahre als großzügiges Atelier und Wohnung zur Verfügung stand.
Wahmhoff, der als Kunstlehrer am Lothar-Meyer-Gymnasium in Varel tätig war, widmet sich seit 2024 ausschließlich der Kunst. Als Gründungsmitglied des Kunstraum Varel ist er regelmäßig an Ausstellungen des Vereins beteiligt und baut auch mit Matthias Langer den „Jungen Kunstraum“ auf, um weiterhin die Jugend an die Kunst heranzuführen.
Die Malerei von Helmut Wahmhoff ist gegenständlich, figürlich, mit expressivem Duktus vorgetragen. Insbesondere die Farbigkeit in seinen Bildern ist ein Merkmal mit Wiedererkennungswert. In der Ausstellung im Schönhof beweist das vor allem die Serie zu Milo Barus, die Wahmhoff 2019 zur Ausstellung „STARK“ in der Seefelder Mühle anfertigte. Der Ausnahmeathlet durfte den Titel „Stärkster Mann der Welt“ tragen, was in skurrilen und humorvollen Bildern gezeigt wird. Zur Expressivität passt auch die Technik des Holzschnittes, die Wahmhoff gelegentlich wählt und die Reduzierung auf das Schwarz-Weiß schätzt. Das wird eindrucksvoll an dem Werk „demokraTISCH“ vorgeführt, da Druckergebnis und Druckstock gleichermaßen zu bestaunen sind. Die Arbeit aus dem Jahre 2017 hat an
Aktualität in nichts eingebüßt, zumal am Folgetag der Eröffnung bekanntlich in Niedersachsen Kommunal- und Kreistagswahlen stattfinden.
Thematisch aktuell ist auch der Holzschnitt „Baroness“, mit dem Wahmhoff Motive aus der queren Szene aufgreift, die er zum Thema einer Einzelausstellung 2025 anfertigte. Ein Werk dieser Ausstellung wurde im Sommer 2026 bei dem Kunstwettbewerb „Respekt“ der Kath. Akademie Stapelfeld mit dem 2. Preis
ausgezeichnet.
Helmut Wahmhoff hat seine Sensoren also durchaus am Puls der Zeit und reagiert mit seinen großformatigen Bildkompositionen künstlerisch darauf. Eine kritische Haltung zu gesellschaftlichen Entwicklungen kann man dabei fast durchweg ausmachen. Das aktuelle Werk „Unvermindert weiter“ legt Zeugnis davon ab.
Die Einführung zur Ausstellungseröffnung hält Julia Rorig Ziegenbein, Kunstpädagogin, Haus Vier Art, Varel. Für eine musikalische Begleitung während der Vernissage sorgt Niels Hoffman am Flügel. (pm/lr – Foto: privat)
Wann: 12.09.2026, 17:00 Uhr
Wo: Bundesstraße 97, 26349 Jade