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20.06.2025, Lokalredaktion
Beim 2. Gründungspitch des Landkreises Wesermarsch wurden wieder drei Preise für innovative Ideen überreicht. Der Wettbewerb wurde von der Wirtschaftsförderung organisiert und mit Mitteln aus der Kreisentwicklung des Landkreises Wesermarsch unterstützt. Ziel ist es, innovative Geschäftsideen mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sichtbar zu machen und zu fördern. Unterstützt wird das Format von einem starken Partnernetzwerk bestehend aus dem Innovationszentrum INP in Nordenham, der Jade Hochschule Elsfleth, der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer Oldenburg sowie engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Region.
Der 1. Preis, dotiert mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro ging an den 28-jährigen Phil Schaffarzyk aus Nordenham, der die Jury mit einem innovativen Gesundheits-Wearable, dem Zyke Band überzeuge. Mithilfe von KI und Machine Learning werden Vitaldaten wie Herzfrequenz, Schlafphasen oder HRV (Herzratenvariabilität) erfasst, analysiert und so Nutzer bei der nachhaltigen Gesundheitsprävention unterstützt. Die Kombination aus hochpräziser Sensortechnologie und intelligenter App-Nutzung soll langfristig zu einem gesünderen Lebensstil beitragen. Die Besonderheit am Zyke Band: Im Gegensatz zu den marktüblichen Gesundheitstrackern werden die sensiblen Daten nicht einem global tätigen Unternehmen „anvertraut“, sondern bleiben lokal in der Handy-App gespeichert. Der Prototyp ist bereits gebaut, die Hardwareentwicklung läuft und im September soll die Produktion starten, so dass Ende des Jahres der Verkauf beginnen kann. „Mehr als 3000 Interessierte haben sich bereits registriert“, berichtet der Preisträger.
Auf den zweiten Platz, der mit 3.000 Euro dotiert war, gelangte Justin Ritter, 25 Jahre, aus Oldenburg. Er hat das Programm Voltshare entwickelt, das sich der Elektromobilität verschrieben hat. Die entwickelte Plattform macht Ladepunkte für Elektrofahrzeuge öffentlich zugänglich. Diese können von Kommunen, Unternehmen, aber auch Privatleuten eingestellt werden. Angesichts der begrenzten Kapazitäten des vorhandenen Stromnetzes sowie unter Berücksichtigung einer optimalen Nutzung vorhandener Ressourcen, ist dies ein wichtiger Baustein, um eine flächendeckende Ladeinfrastruktur auch in Regionen wie der Wesermarsch zu ermöglichen. Die größte Herausforderung in diesem Projekt besteht darin, die Software so auszugestalten, dass es konform ist zu den bestehenden EU-Regularien. Durch die Nutzung von Open-Source-Technologien und ein faires Gebührenmodell wird Elektromobilität nicht nur einfacher, sondern auch erschwinglicher – für Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen gleichermaßen. „Es haben sich inzwischen rund 1.250 Unternehmen und Privatpersonen registriert“, sagte der Entwickler, der sein Produkt abofrei anbieten wird.
Den dritten Platz, mit einem Preisgeld von 1.000 Euro sicherte sich der 21-jährige Timo Martens aus Bokel mit seinem „Martens Additive“. Er entwickelte ein Fertigungsverfahren, das die Produktion von Elektromotoren auf ein neues Level hebt. Das Start-up ermöglicht leichte, kompakte, effiziente und leistungsstarke Elektromotoren, welche zudem ressourcenschonend und kostengünstig hergestellt werden können. Das Verfahren adressiert den wachsenden globalen Markt für Elektromotoren und setzt neue Maßstäbe im Maschinenbau, der Automatisierungs- und Fahrzeugtechnik. Die mit der Produktionstechnik einhergehende Gewichtsreduzierung macht diese Technologie interessant, insbesondere für große Industrieunternehmen.
„Obwohl der Raum normalerweise für politische Sitzungen genutzt wird, steht heute alles im Zeichen von Innovation, Zukunft, Nachhaltigkeit und cleveren Ideen“, meinte Landrat Stephan Siefken, „Insgesamt haben sich 17 Teams mit innovativen Konzepten in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und nachhaltiges Wirtschaften beworben.“
Solche Ideen sind der erste Schritt, um die Region zukunftsfähig zu gestalten, und erfordern Teamarbeit, Mut und Ausdauer. führte er weiter aus. Die Preisverleihung sei ein Ausdruck des langfristigen Wandels und der strategischen Investition in die Zukunft der Region. Ziel ist es, Wesermarsch als Gründungsregion zu etablieren und nachhaltiges Wachstum zu fördern. Abschließend werden die besten Ideen gefeiert, und die Preisverleihung beginnt.
Wettbewerb mit Wirkung für die Region
Mit dem Gründungspitch will der Landkreis Wesermarsch nicht nur innovative Geschäftsideen fördern, sondern gezielt Strukturen für nachhaltige Gründungen schaffen. „Wir wollen zur Gründungsregion werden – zur Heimat neuer Geschäftsmodelle, zur Keimzelle nachhaltigen Wachstums“, so Landrat Siefken.Die dritte Wettbewerbsrunde ist bereits in Planung: Im Herbst/Winter 2025 wird der nächste Gründungspitch starten. Interessierte finden alle Informationen künftig unter:
www.gruenden-wesermarsch.de (Foto und Text: pm/Kerstin Seeland)
Titelfoto: Landrat Stephan Siefken, Timo Martens, Phil Schaffarzyk, Justin Ritter und Prof. Dr. Lutz Stührenberg, Geschäftsführ Wirtschaftsförderung Wesermarsch