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24.11.2025, Lokalredaktion
Die geplante Zentralisierung der Sozialämter im Landkreis Wesermarsch wird offiziell mit mehr Effizienz, einheitlicheren Entscheidungen und besseren Arbeitsstrukturen begründet. Tatsächlich wirkt es eher wie eine Maßnahme, die auf dem Rücken der sozial Schwächsten umgesetzt wird.
Es ist erstaunlich, wie selbstverständlich die Verantwortlichen davon ausgehen, dass eine große, zentrale Behörde „effizienter“ sei. Effizient wofür – für die Bürger oder für die Verwaltung selbst? Menschen, die ohnehin in schwierigen Situationen leben, sollen künftig längere Wege und schlechter erreichbare Ansprechpartner akzeptieren, nur damit der Landkreis seine Strukturen strafft. Das ist kein Fortschritt, das ist eine Verschlechterung.
Auch die Argumente von Kosteneinsparungen wirken wenig überzeugend. Häufig entstehen bei solchen Umstellungen immense Zusatzkosten, während der angebliche Nutzen sich in gut klingenden Präsentationen erschöpft. Wenn der Landkreis meint, Verwaltung müsse vor allem „funktionieren“, dann sollte er erklären, warum ausgerechnet dort gespart wird, wo Menschen echte Unterstützung brauchen.
Statt die Sozialämter bürgernah auszubauen, werden sie in die Ferne verlagert. Der soziale Gedanke droht dabei auf der Strecke zu bleiben. Eine solche Zentralisierung mag für die Verwaltung bequem sein – für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet sie vor allem eines: mehr Hürden und weniger Hilfe.
Uwe Peglau