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12.11.2025, Lokalredaktion
Ein bedeutender Schritt für die Hospizversorgung in der Region Wesermarsch: Die Vorsitzenden des Fördervereins Stationäres Hospiz Wesermarsch, Udo Stallkamp und Mark Castens, und eine der beiden Geschäftsführer der mission:Lebenshaus gGmbH in Bremen, Ute Schneider-Smietana haben heute gemeinsam mit Landrat Stephan Siefken die Absichtserklärung zur Gründung einer gemeinnützigen GmbH unterzeichnet. Ziel ist der Bau und Betrieb eines stationären Hospizes in Ovelgönne – ein Projekt, das künftig die ambulanten Hospizdienste in der Region sinnvoll ergänzen und die Versorgung schwerstkranker Menschen verbessern soll.
Das geplante Hospiz entsteht auf einem rund 6.000 Quadratmeter großen Grundstück, das in diesem Jahr durch den Förderverein erworben wurde. Der Bebauungsplan wird derzeit durch die Gemeinde Ovelgönne vorbereitet, erste Entwürfe für das Gebäude sind in Arbeit. Die neue gemeinnützige GmbH, deren Gründung für Anfang 2026 avisiert wird, fungiert dann als Bauträger und wird später auch den Betrieb des Hauses verantworten.
Starke Partner mit Erfahrung
Die mission:Lebenshaus gGmbH ist eine hundertprozentige Tochter des Vereins für Innere Mission in Bremen, der bereits fünf stationäre Erwachsenen-Hospize in Varel, Jever, Falkenburg, Bremerhaven und Bremen sowie ein Kinderhospiz in Wilhelmshaven betreibt. Die Zusammenarbeit mit dem Förderverein Stationäres Hospiz Wesermarsch entstand durch persönliche Begegnungen bei den Bremer Hospiztagen und durch gemeinsame Projekte im Kinderhospiz Wilhelmshaven.
„Mit der mission:Lebenshaus gGmbH haben wir einen erfahrenen Partner gefunden, bei dem die Chemie stimmt“, sagt Mark Castens, 2. Vorsitzender des Fördervereins Wesermarsch. „Wir können auf fundiertes Fachwissen und bewährte Strukturen zurückgreifen.“
Das neue Hospiz in Ovelgönne soll sich am Modell des Hospizes am Wattenmeer in Varel orientieren – getragen von einem Förderverein und eingebettet in ein stabiles Netzwerk aus Ehrenamt, Fachpflege und gesellschaftlicher Unterstützung.
Finanzierung und gesellschaftliche Unterstützung
Seit seiner Gründung im Oktober 2022 konnte der Förderverein Stationäres Hospiz Wesermarsch bereits über 300.000 Euro an Spenden einwerben. Der Verein zählt aktuell mehr als 350 Mitglieder und erhält zusätzliche Mittel aus privaten Spenden. Auch die Staatskanzlei Niedersachsen prüft nach einem Besuch bei dem niedersächsischen Ministerpäsidenten Olaf Lies weitere Fördermöglichkeiten.
Die Baukosten für das Hospiz werden auf rund 3 bis 4 Millionen Euro geschätzt. Die Gemeinde Ovelgönne unterstützt das Projekt aktiv und stellt die Baureife sicher. Erste Zusagen von Unternehmen zur Beteiligung am Bau liegen bereits vor – besonders erfreulich: Das Baugrundgutachten wird gesponsert.
Nach Fertigstellung übernimmt die Krankenkasse voraussichtlich rund 95 Prozent der laufenden Betriebskosten. Die verbleibenden 5 Prozent – etwa 200.000 bis 300.000 Euro jährlich – sollen durch Spenden und ggfls. Fördermittel gedeckt werden.
Perspektive: Eröffnung 2028
Das Hospiz wird Platz für acht Gäste bieten. Rund 30 bis 35 Mitarbeitende in Teil- und Vollzeit werden für Pflege, Betreuung und Organisation benötigt. Sollte zu Beginn noch nicht ausreichend Personal zur Verfügung stehen, kann der Träger auf Mitarbeitende aus anderen Einrichtungen zurückgreifen.
Vor dem Betriebsstart sind Investitionen in Höhe von etwa einer Million Euro erforderlich. Der Landkreis Wesermarsch wird sich ebenfalls mit Gesellschaftsanteilen an der gemeinnützigen GmbH beteiligen.
Landrat Stephan Siefken würdigte das Projekt als „fantastische Erfolgsgeschichte“ und betonte die Bedeutung einer verlässlichen Partnerschaft zwischen Landkreis, Förderverein und der mission:Lebenshaus gGmbH. Der Baustart ist für das kommende Jahr geplant, die Eröffnung des Hospizes soll 2028 erfolgen. (Foto und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: v.l. Ute Schneider-Smietana, Jessica Meyer (Förderverein), Landrat Stephan Siefken, 2. Vorsitzender Mark Castens, 1. Vorsitzender Udo Stallkamp und Sabine Zinn (Förderverein)