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24.07.2026, Lokalredaktion
Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung – Die JVA Oldenburg startet ein Projekt zur systematischen Erfassung und Reduzierung von Speiseabfällen. Gemeinsam mit dem Verbundprojekt eat – gemeinsam regional genießen und den GreenGuides analysiert die Großküche vier Wochen lang alle Lebensmittelverluste, um Abläufe zu verbessern und Ressourcen zu sparen.
Täglich werden über 300 Mahlzeiten nach DGE-Standards zubereitet. Küchenleiter Holger Saberau und sein Team – drei Köche und neun Gefangene – setzen auf ausgewogene, bedarfsorientierte Verpflegung. Die Messung der Abfälle schafft neue Transparenz: Statt Schätzungen liefern Kennzahlen pro Mahlzeit konkrete Ansatzpunkte für Optimierungen. Schon während der Messphase steigt die Sensibilität im Umgang mit Lebensmitteln.
Für Küchenleiter Holger Saberau überwiegen die Vorteile: „Für uns ist die Teilnahme weit
mehr als ein Umweltprojekt. Sie ist ein wichtiger Bestandteil unseres Qualitätsmanagements. Wenn wir genau wissen, wo Lebensmittel verloren gehen, können wir unsere Abläufe gezielt verbessern. Das spart Ressourcen und eröffnet gleichzeitig neue Möglichkeiten, die Qualität unserer Verpflegung weiter zu steigern.“
Für die JVA ist das Projekt Teil ihres Qualitätsmanagements und ein Beitrag zu Klima- und Ressourcenschutz. Weniger Abfälle bedeuten auch wirtschaftliche Vorteile, da frei werdende Mittel in hochwertigere oder regionale Produkte fließen können.
Initiiert wurde die Zusammenarbeit durch das Projekt eat, das Küchen in der Region auf dem Weg zu nachhaltiger Gemeinschaftsverpflegung begleitet. Küchenberaterin Tina Hinderlich unterstützt die JVA dabei. Weitere Großküchen der Region beteiligen sich ebenfalls.
Beim Kick-off in der JVA wurde deutlich: Die freiwillige Teilnahme und Offenheit für eine detaillierte Analyse stoßen auf große Anerkennung – und zeigen, welches Potenzial in systematischer Speiseabfallmessung steckt.
Über das Projekt EAT
Das Verbundprojekt eat – gemeinsam regional genießen setzt sich in den Regionen Oldenburg und Wesermarsch für eine nachhaltige, gesunde und regionale Ernährung ein. Als Teil des „Modellregionenwettbewerbs – Besser essen in der Region“ wird eat vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert. Gemeinsam mit Küchen, Erzeugerbetrieben, Bildungseinrichtungen und weiteren Partnern arbeitet das Projekt daran, regionale Wertschöpfungsketten zu stärken und mehr regionale Lebensmittel in die Außer-Haus-Verpflegung zu bringen. Umgesetzt wird eat von den Landkreisen Wesermarsch und Oldenburg, der Stadt Oldenburg, der Regionalwert AG Bremen & Weser-Ems sowie dem Ernährungsrat Oldenburg. Weitere Informationen unter www.eat-ow.de. (pm/lr – Foto: Peter Berthold)