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15.02.2026, Lokalredaktion
Die Zukunft des Standorts hängt vom Glencore Management ab
Nach dem Scheitern der Fusionsgespräche zwischen Glencore und Rio Tinto fordert die Allianz zur Sicherung der Nordenhamer Blei- und Zinkhütte vom Konzern eine zeitnahe und verbindliche Klarstellung zur Zukunft des traditionsreichen Metallstandortes an der Weser. Die entstandene Unsicherheit belastet Belegschaft, Region und industrielle Wertschöpfungsketten gleichermaßen.
Klares, belastbares und rechtssicheres Bekenntnis zum Standort
Die Allianz erwartet von Glencore ein klares Bekenntnis zum langfristigen Erhalt des Standortes Nordenham. Dazu gehören insbesondere belastbare Zusagen zur Beschäftigungssicherung sowie eine transparente Darstellung eines tragfähigen industriellen Zukunftskonzeptes für die dortigen Produktionsanlagen.
Die Gesetze müssen eingehalten werden: Mitbestimmungsrechte sind nicht verhandelbar: Den Ankündigungen müssen Taten folgen.
Zugleich fordert die Allianz die uneingeschränkte Einhaltung der gesetzlichen Mitbestimmungsrechte nach dem Betriebsverfassungsgesetz. Hier sind von dem Personalverantwortlichen des Konzerns bereits notwendige Schritte umgesetzt worden. Diese müssen zwingend fortgesetzt werden. Die Arbeitnehmervertretungen müssen frühzeitig, umfassend und auf Augenhöhe in alle strategischen Entscheidungen einbezogen werden, die die Zukunft des Standortes betreffen. Gerade in einer Phase strategischer Neuorientierung ist eine vertrauensvolle und gesetzeskonforme Zusammenarbeit zwischen Unternehmensleitung, Betriebsrat und Belegschaft von zentraler Bedeutung.
Kontinuierliche Investitionen in Sicherheit und Arbeitsbedingungen bleiben erforderlich Darüber hinaus begrüßt die Allianz die angekündigten Investitionen in den Bereichen Arbeitssicherheit, Gesundheitsvorsorge und betriebliche Infrastruktur. Die Allianz erwartet, dass notwendige Modernisierungen – wie in dieser Woche ebenfalls angekündigt – konsequent umgesetzt und bestehende Standards kontinuierlich weiterentwickelt werden. Eine regelmäßige unabhängige Überprüfung der Sicherheits- und Gesundheitsstandards kann dabei zur Transparenz beitragen und das Vertrauen aller Beteiligten, auch in den Glencore-Konzern, stärken.
Transformation muss konsequent umgesetzt werden
Ein zentraler Baustein der Zukunftssicherung des Standortes ist zudem die konsequente Umsetzung der vorgesehenen Klimaschutzverträge mit einem klar investiven Schwerpunkt zur industriellen Transformation. Nur ein Umbau der gesamten Anlage hin zu CO₂-reduzierter beziehungsweise perspektivisch CO₂-neutraler Produktion unter Nutzung neuer Technologien wie Biokohle und Wasserstoff kann die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig sichern.
Die staatlich geförderten Investitionen müssen dabei auch in konkrete industrielle Modernisierungen überführt werden. Diese Instrumente sind entscheidend, um die energieintensive Nichteisenmetallproduktion langfristig wettbewerbsfähig, klimafreundlich und innovationsfähig aufzustellen. Die Allianz erwartet von Glencore eine verbindliche Mitwirkung an der Realisierung dieser Transformationsmaßnahmen sowie eine transparente Investitionsplanung.
Nordenham ist systemrelevant – der Standort muss gesichert werden
Sollte das Unternehmen nicht bereit sein, die erforderlichen Investitionen und Transformationsschritte umzusetzen, fordert die Allianz Glencore nachdrücklich auf, sich für weitere Gesellschafter, strategische Industriepartner oder Investoren zu öffnen, die bereit sind, Verantwortung für die Zukunft des Standortes zu übernehmen.
Der Standort Nordenham beherbergt die letzte Primärzinkhütte Deutschlands und besitzt eine erhebliche Bedeutung für die Versorgung der deutschen und europäischen Stahlindustrie sowie weiterer Schlüsselindustrien. Die Sicherung und Weiterentwicklung dieser Kapazitäten sind von hoher industrie- und sicherheitspolitischer Relevanz.
Glencore muss Planungssicherheit geben und die Transformation vorantreiben. Mit dem Ausbleiben einer Übernahme durch Rio Tinto liegt die Verantwortung für die Zukunft des Standortes weiterhin bei Glencore. Das Unternehmen ist gefordert, kurzfristig Planungssicherheit zu schaffen und einen klar definierten Transformationspfad vorzulegen.
Dieser muss wirtschaftliche Tragfähigkeit, ökologische Modernisierung sowie die langfristige Sicherung qualifizierter Industriearbeitsplätze gleichermaßen berücksichtigen.
Herzstück der industriellen Wertschöpfung in Deutschland
Der Hüttenstandort Nordenham besitzt als Bestandteil der europäischen Nicht-Eisen-Metallindustrie eine erhebliche strategische Bedeutung für die Versorgungssicherheit mit kritischen Metallen sowie für die industrielle Wertschöpfung in Deutschland und Europa. Eine nachhaltige Perspektive für den Standort ist daher nicht nur im Interesse der Beschäftigten und der Region, sondern auch von zentraler industriepolitischer Bedeutung.
Bereitschaft zum konstruktiven Dialog
Die Allianz zur Sicherung der Nordenhamer Blei- und Zinkhütte steht weiterhin für einen konstruktiven Dialog mit Glencore sowie allen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern bereit. Ein direktes Gespräch mit Glencore ist zeitnah geplant. Ziel bleibt eine tragfähige, langfristige und verantwortungsvolle Lösung zur Sicherung des Standortes und seiner Arbeitsplätze.
Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages:
Bastian Ernst und Dennis Rohde
Die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages:
Karin Logemann und Björn Thümler
Der Bürgermeister der Stadt Nordenham
Nils Siemen
IG Metall Wesermarsch
Jochen Luitjens
Der Landrat des Landkreises Wesermarsch & Sprecher der Nordenhamer-Hütten-Allianz
Stephan Siefken (pm/lr – Foto: Meister/Landkreis Wesermarsch)
Titelfoto: von links – Karin Logemann (MdL), Björn Thümler (MdL), Jochen Luitjens (IG Metall), Stephan Siefken (LR), Nils Siemen (Bgm) und Bastian Ernst (MdB). Es fehlt auf dem Bild Dennis Rohde (MdB).