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30.05.2026, Lokalredaktion
Die Antwort der Niedersächsischen Landesregierung auf eine CDU‑Anfrage zur Ausstattung der niedersächsischen Schulen mit Tablets offenbart nach Einschätzung des CDU‑Landtagsabgeordneten Björn Thümler (Berne) deutliche Widersprüche zwischen öffentlicher Darstellung und tatsächlichem Vergabestand.
Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Bündnis 90/Die Grünen) hatte in der Beantwortung der Dringlichen Anfrage mehrfach betont, es gebe „Stand jetzt“ keinerlei Verzögerungen, der Zeitplan sei „im Grundsatz“ haltbar und eine Information des Parlaments über Risiken sei nicht notwendig. Für Thümler ist diese Darstellung unrealistisch: „Wer sich ständig auf den Momentzustand beruft, weiß genau, wie unsicher der Zeitplan ist. Schulen brauchen Klarheit, nicht Schönfärberei.“
Mit der Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 mit Tablets möchte die Landesregierung gleiche Teilhabechancen an Bildung in einer digitalen Welt und das unabhängig vom finanziellen Hintergrund des Elternhauses schaffen. Thümler erkennt an, dass die Landesregierung bereits 2025 mit Bedarfserhebung, Markterkundung und internen Vorprüfungen begonnen hat. Dennoch bleibe das Verfahren angesichts geopolitischer Lieferketten, hoher Stückzahlen und komplexer Konfektionierung ein Risikoprojekt. „Die Ministerin verschweigt, dass die Konfektionierung und Lieferung von zehntausenden Geräten in wenigen Monaten eine enorme logistische Herausforderung ist“, so Thümler. „Gerade deshalb wäre maximale Transparenz gegenüber Schulen und Parlament notwendig.“
Besonders kritisch bewertet Thümler die geplante zeitversetzte Auslieferung. 47 Prozent der Schulen mit bereits vorhandener 1:1‑Erfahrung sollen vor Beginn des Schuljahres 2026/2027 beliefert werden, alle anderen erst im Laufe des ersten Halbjahres. „Die Landesregierung verkauft das als pädagogische Logik, tatsächlich ist es ein Eingeständnis, dass sie die flächendeckende Ausstattung nicht rechtzeitig schafft“, kritisiert Thümler.
Auch die fehlende Versicherung der Geräte sieht Thümler als erhebliches Problem. „Das Land stellt Geräte zur Verfügung, überlässt aber das Risiko von Diebstahl oder Beschädigung vollständig den Entleihern. Das ist weder familienfreundlich noch praxistauglich.“ Thümler fordert die Landesregierung auf, Schulen und Parlament fortlaufend über Risiken und mögliche Verzögerungen zu informieren. „Digitale Bildung ist zu wichtig, um sie mit politischem Wunschdenken zu betreiben. Die Schulen brauchen Klarheit.“ (pm/lr – Foto: Symbolbild pixabay)