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23.09.2025, Lokalredaktion
Frauen mit Migrationshintergrund ein Selbstwertgefühl zu geben und sie an die deutsche Sprache heranzuführen ist Inhalt einer sieben Jahre währenden Zusammenarbeit des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Wesermarsch mit dem Jobcenter Brake.
„Arbeitsgelegenheit“ nennt sich die aktuelle Maßnahme im Behördendeutsch. Das Jobcenter will damit Menschen aus verschiedensten Kulturen einen Weg in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt eröffnen. Es bedient sich in der Wesermarsch dabei der Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Einrichtungen wie dem DRK, der Tafel Nordenham, dem Schiffahrtsmuseum Unterweser, dem Naturschutzverein Nordenham und dem Bildungsträger Step in Nordenham. „Insgesamt werden in diesem Programm derzeit 50 Personen, weit überwiegend Frauen, gefördert“, erklärt Uwe Ronnenberg. Ganz gelegentlich nimmt auch mal ein Mann teil. Arbeitsvermittler Ronnenberg ist im Jobcenter in Brake Betreuer der Arbeitsgelegenheit. Der Gesetzgeber habe den Personenkreis, der teilnehmen darf, genau definiert, erklärt Eike Bohlmann, Geschäftsführer des Jobcenter Brake. „Sie müssen recht weit entfernt sein vom normalen Arbeitsmarkt, zum Beispiel aus Langzeitarbeitslosigkeit kommen“.
Mit den Nähkursen des DRK erfahren jeweils maximal acht Teilnehmerinnen die Notwendigkeit von Pünktlichkeit und Zusammenarbeit, ihr Tag erhält eine feste Struktur. Er soll dem allgemeinen Arbeitsalltag ähneln, betont Eike Bohlmann und erwähnt in einem Gespräch mit Peter Deyle das Gebot der „Wettbewerbsneutralität“. Die Arbeitsgelegenheit darf reguläre Beschäftigung nicht ersetzen. Die Teilnehmer erhalten neben ihrem Bürgergeld eine Aufwandsentschädigung von 1,10 Euro pro Stunde. Den Nähkursus des DRK leitet Schneiderin Iris Tanzen, die sich mit Uwe Ronnenberg freut, dass Teilnehmerinnen auch schon mal den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt schaffen. Iris Tanzen erwähnt Anstellungen in der Küche eines Altenheims in Brake und in einem Textilgeschäft. Unterstützt wird Irus Tanzen im Nähkursus von Aida Remmo, die ihr als Dolmetscherin zur Seite steht.
„Die Taschen, Kleidungsstücke und Kissen, die in der Maßnahme entstehen, wollen wir unserem Publikum unbedingt zeigen“, weist Eike Bohlmann auf drei Schaukästen im Erdgeschoss des Arbeitsamtes Brake, an der Weserstraße 2, hin. Peter Deyle ist besonders von den tollen Handpuppen begeistert. (pm/lr – Foto: Lutz Timmermann)
Titelfoto: Uwe Ronnenberg (von links), Eike Bohlmann, Peter Deyle, Aida Remmo und Iris Tanzen
bewundern die in Schaukästen im Arbeitsamt Brake ausgestellten Näharbeiten.