Sie können uns unterstützen

10.01.2026, Lokalredaktion
Der im April des vergangenen Jahres vorgestellte Bücherbollerwagen ist stark nachgefragt, das Projekt „Leseförderung Wesermarsch“ (LeWe) läuft. Bisher gilt das Angebot für Kitas, doch alsbald sollen auch Grundschulen und später weiterführende Schulen die Möglichkeiten der rollenden Bibliothek nutzen können. Und nun kommt noch mehr Schwung in die Sache: Im November 2025 wurde mit Heidrun Harms die halbe Stelle zur Koordinierung und Verstetigung des Projekts besetzt. Die ehemalige Deutsch- und Musiklehrerin ist ein Glücksfall, da sie aufgrund ihres beruflichen Hintergrunds und ihrer langjährigen Erfahrung im Bereich Deutsch als Zweitsprache nicht nur fachlich prädestiniert ist, das Thema Lese- und Sprachförderung voranzubringen. Sie bringt auch richtig viel Lust auf die Ihren neuen Beruf mit: „Das ist etwas einmaliges“, schwärmt die Frau aus Sandkrug im Landkreis Oldenburg. „Als ich von der Stell erfahren habe, war ich von der Idee dahinter und der Art der Umsetzung sofort begeistert und habe geschaut, ob es so etwas auch bei mir in der Nähe gibt. Doch das gibt es nicht. Also fahre ich nun fast täglich nach Brake – und freue mich auf der Fahrt auf die Arbeit.“
Die 56-Jährige hing ihren Lehrerberuf vor einigen Jahren von selbst an den Nagel und schied aus dem Beamtenverhältnis aus. Ihre Leidenschaft, mit Kindern zu arbeiten, hat darunter nicht gelitten. Im Gegenteil: „Heute kann ich ohne Leistungs- und Bewertungsdruck den Kindern die Welt der Bücher näherbringen. Für mich war das der richtige Weg.“
Mit dem Projekt hat Heidrun Harms einiges vor. Ihr wichtigstes Anliegen: LeWe auf ein breiteres Fundament zu stellen und es somit nachhaltig wirksam werden zu lassen. Dafür sollen langfristig auch Ehrenamtliche gewonnen werden, die Kindern vorlesen und Lust an Büchern und Sprache vermitteln. Langfristig plant sie, Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräften Fortbildungen für Lese- und Sprachförderung anzubieten. Zudem bekommt der Bücherbollerwagen bald ein Pendant in Form eines Marktstands, damit parallel zwei Einrichtungen versorgt werden können. Für die verschiedenen Altersgruppen soll das Bücherangebot darüber hinaus stärker getrennt und spezialisiert werden.
„Das Projekt wurde als Baby von anderen engagierten Menschen geboren, ich habe das Glück und darf es nun großziehen“, beschreibt Heidrun Harms ihre Sichtweise. Die Leseförderung Wesermarsch sei eben noch „im Aufbau“. Und für diesen Aufbau, für das Großziehen, bringt Heidrun Harms eine große Palette an Fertigkeiten mit. Zusätzlich zu ihrem pädagogischen Hintergrund als Lehrerin verfügt sie über langjährige Erfahrungen im Figurenspiel, sie beherrscht das Akkordeon – und kann auf eine Clownsausbildung zurückgreifen. „Lesen ist eine Schlüsselkompetenz“, weiß die Pädagogin. „Es geht um Essenzielles und wir haben die Chance, etwas zu bewegen.“
Auf zwei Jahre ist die Stelle befristet. Heidrun Harms wird die Zeit sicher nutzen, um LeWe fest im Bewusstsein der Bildungseinrichtungen in der Wesermarsch zu verankern. Denn sie weiß genau: „Lust auf lesen – darum geht es.“ (pm/lr – Foto: Landkreis Wesermarsch/Matthias Wittschieben)
Info
„Leseförderung Wesermarsch“ (LeWe) ist ein Kooperationsprojekt der Fachberatung für Kita und Sprache, der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe, der Kreisbibliothek, des Kreismedienzentrums und des Bildungsbüros. Auch Merle Albers, Lehrerin an der OBS Luisenhof in Nordenham, ist Teil des Projektteams.