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11.07.2026, Lokalredaktion
Bundesfamilienministerin Karin Prien hat in Berlin eine neue bundesweite Informationskampagne für das Beratungsangebot „Hilfen im Netz“ vorgestellt. Die Initiative richtet sich an Kinder und Jugendliche, deren Eltern psychisch erkrankt sind oder unter Suchterkrankungen leiden. Das Angebot ermöglicht anonyme, kostenfreie Beratung und vermittelt weiterführende Unterstützung. Die Förderung des Projekts wurde bis Sommer 2029 verlängert.
Rund 3,8 Millionen junge Menschen erleben in Deutschland jährlich die Belastungen einer elterlichen psychischen Erkrankung oder Sucht. Die Ministerin betonte, dass „Hilfen im Netz“ für viele Betroffene der erste Ort sei, an dem sie sich öffnen und unkompliziert Hilfe erhalten können. Sie hob die Bedeutung einer abgestimmten Zusammenarbeit verschiedener Hilfesysteme hervor.
Auch der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Hendrik Streeck, unterstrich die Notwendigkeit früher Unterstützung. Kinder aus belasteten Familien übernähmen häufig zu früh Verantwortung und seien einem erhöhten Risiko ausgesetzt, später selbst zu erkranken. Ein anonymes Gespräch könne ein erster Schritt aus der Überforderung sein.
Schauspielerin Lina Larissa Strahl, Botschafterin des Projekts, verwies auf die Hemmschwellen vieler Jugendlicher: Scham, Angst und fehlende Ansprechpartner führten oft dazu, dass Hilfe nicht gesucht werde. „Hilfen im Netz“ biete einen niedrigschwelligen Zugang zu professioneller Unterstützung.
Die Kampagne wird durch den Außenwerber Wall unterstützt, der bundesweit 5.000 City-Light-Flächen für acht Wochen kostenfrei bereitstellt. Geschäftsführer Patrick Möller betonte die große Resonanz der ersten Kampagnenrunde und die Bedeutung der Sensibilisierung für das Thema.
„Hilfen im Netz“ wird von NACOA Deutschland und KidKit (Drogenhilfe Köln) betrieben. Neben der anonymen Beratung bietet eine digitale Karte einen Überblick über regionale Hilfsangebote. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert sowohl das Projekt als auch die aktuelle Kampagne.
Der Kampagnenslogan „Schreiben statt Schweigen“ soll dazu ermutigen, das Schweigen über psychische Erkrankungen und Sucht in Familien zu durchbrechen und betroffenen Kindern einen sicheren ersten Schritt in Richtung Hilfe zu ermöglichen.
Zur Online-Plattform „Hilfen-im-Netz“: https://www.hilfenimnetz.de/ (pm/lr – Foto: KI generiertes Symbolbild)