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08.07.2026, Lokalredaktion
Die CDU‑Abgeordneten des Oldenburger Landes haben sich in Ovelgönne über eines der wichtigsten Zukunftsprojekte der Region im Rahmen ihrer Sommertour informiert. Es handelt sich dabei um die neu gegründete Interkommunale Gewerbepark Wesermarsch GmbH (IGP). Zu Geschäftsführern wurden Harald Stindt, Bürgermeister der Gemeinde Stadland, sowie Prof. Dr. Lutz Stührenberg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH, bestellt. Den Termin hatte der Wesermarsch Abgeordnete Björn Thümler (Berne) organisiert.
Ovelgönnes Bürgermeister Sascha Stolorz erläuterte, dass die Gesellschaft gegründet wurde, um die kreisangehörigen Städte und Gemeinden bei der Entwicklung interkommunaler Gewerbegebiete zu unterstützen. Ziel sei es, den lokalen Wirtschaftsstandort langfristig zu sichern, Arbeitsplätze zu erhalten und neue Perspektiven durch nachhaltige Standortentwicklung zu schaffen. Dem Interkommunalen Gewerbepark Wesermarsch gehören zehn Kooperationspartner an. Neben dem Landkreis Wesermarsch sind dies die Städte Brake, Elsfleth und Nordenham sowie die Gemeinden Berne, Butjadingen, Jade, Lemwerder, Ovelgönne und Stadland.
Geschäftsführer Harald Stindt stellte ein 138 Hektar großes, nachhaltiges Großprojekt im Kreuzungsbereich der B 212 und B 437 vor, das künftig direkt an die geplante A‑20‑Trasse angebunden wird. Ziel des kreisweiten Zusammenschlusses sei es, moderne und zukunftsweisende Gewerbeflächen zu schaffen. Die Flächen am Wesertunnel böten dafür hervorragende Voraussetzungen. Der Fokus liege auf Nachhaltigkeit, klimafreundlichen Energiekonzepten und interkommunaler Wertschöpfung. Die Nachfrage nach den Flächen rund um den Wesertunnel sei hoch.
Ein weiteres Projekt entsteht nach Harald Stindts Worten auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Unterweser (KKU) in Kleinensiel. Dort errichtet der Netzbetreiber Tennet den Netzverknüpfungspunkt Unterweser. Mit einer Übertragungskapazität von 2 × 2 Gigawatt sollen die Offshore‑Windparks BalWin4 und LanWin1 ab voraussichtlich 2030 bis zu fünf Millionen Haushalte mit grünem Windstrom aus der Nordsee versorgen. Der erste Netzanschluss soll bereits 2029 in Betrieb gehen.
Die CDU‑Landtagsabgeordneten Ulf Thiele, Katharina Jensen, Björn Thümler, Jens Nacke, Christian Calderone und Christoph Eilers sowie der Vorsitzende des CDU‑Ortsverbands Ovelgönne, Carsten Osterloh, erfuhren zudem, dass die Wesermarsch Teil des neuen Net Zero Valley im Nordwesten Niedersachsens ist. Dabei handelt es sich um eine europäische Transformationsregion, die den industriellen Wandel hin zur Klimaneutralität beschleunigen soll. Durch schnellere Genehmigungen, bessere Förderzugänge und verlässliche Rahmenbedingungen können Unternehmen, Handwerk und Landwirtschaft in der Wesermarsch mit mehr Planungssicherheit investieren und neue Technologien nutzen, ohne dass die ländliche Prägung verloren geht.
Das Net Zero Valley umfasst neben der Wesermarsch insgesamt acht Landkreise und drei kreisfreie Städte: Leer, Aurich, Emsland, Cuxhaven, Friesland, Ammerland und Cloppenburg sowie die Städte Emden, Wilhelmshaven und Oldenburg. Gemeinsam bilden sie eine große Transformationsregion, die von der Europäischen Union als Schwerpunktgebiet für klimaneutrale Industrieentwicklung ausgewiesen wurde.
Damit ist die Wesermarsch Teil eines breiten regionalen Verbundes, der von den Küstenstandorten über die Hafenstädte bis ins Binnenland reicht. Diese gemeinsame Struktur soll dafür sorgen, dass Genehmigungen schneller laufen, Investitionen leichter möglich werden und neue Technologien, etwa im Bereich Wasserstoff, in einer abgestimmten regionalen Entwicklung entstehen. „Für uns bedeutet das, dass die Wesermarsch nicht isoliert agiert, sondern eingebettet ist in ein starkes nordwestdeutsches Netzwerk, das die Transformation gemeinsam trägt und gestaltet“, so Björn Thümler. (pm/lr – Foto: Büro Thümler)
Titelfoto: Informationen aus erster Hand im Rathaus der Gemeinde Ovelgönne (von links): Carsten Osterloh, Ulf Thiele, Harald Stindt, Sascha Stolorz, Katharina Jensen, Björn Thümler, Jens Nacke, Christian Calderone und Christoph Eilers