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03.02.2026, Lokalredaktion
IHK und Kreishandwerkerschaft Wesermarsch fordern Ende der Belastungen für Wirtschaft und Pendler
Die erneute Beeinträchtigung am Wesertunnel durch den Streik von VDStra und Ver.di am Mittwoch und Donnerstag ist eine erhebliche Belastung für Betriebe und Pendler in der Region, kritisieren die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Kreishandwerkerschaft Wesermarsch. „Das wiederholte Bestreiken öffentlicher Infrastruktur auf dem Rücken von Betrieben und Pendlern muss endlich ein Ende haben“, fordert Jürgen Eilers, Vorsitzender des IHK-Beirats Wesermarsch und Geschäftsführer der Norddeutsche Seekabelwerke in Nordenham.
An beiden Streiktagen steht im Wesertunnel je Fahrtrichtung nur ein Fahrstreifen mit 60 km/h Höchstgeschwindigkeit zur Verfügung, was zu Rückstaus, Verzögerungen und unsicheren Planungsbedingungen für Unternehmen führt. „Wenn zentrale Verkehrsadern wie der Wesertunnel
immer wieder zum Schauplatz von Arbeitskämpfen werden, leidet am Ende nicht nur die betroffene Behörde, sondern die gesamte Region“, sagt Eilers.
Obwohl die Hunteklappbrücke im Zuge der B 212 geöffnet bleibt, sind Betriebe und Beschäftigte in der Wesermarsch und den angrenzenden Regionen erneut mit erheblichen Umwegen, Zeitverlusten und Mehrkosten konfrontiert. Der Streikzeitraum von insgesamt 48 Stunden verschärft die Situation zusätzlich. Hinzu kommen mögliche Einschränkungen im Winterdienst, die insbesondere für den Schwerlastverkehr zusätzliche Risiken und Unsicherheiten mit sich bringen.
Betriebe brauchen Verlässlichkeit, um Aufträge zu planen, Material rechtzeitig zu disponieren und Mitarbeitende sicher und pünktlich an ihren Arbeitsplatz zu bringen, betont Eilers. „Unsere Unternehmen stehen ohnehin unter hohem Kosten- und Wettbewerbsdruck, zusätzliche stundenlange
Staus, verspätete Lieferungen und unklare Erreichbarkeiten sind da ein fatales Signal für den Wirtschaftsstandort“, so Eilers.
Wenn öffentliche Straßen und Tunnel wiederholt als Druckmittel eingesetzt werden, treffen die Folgen in erster Linie unbeteiligte Dritte: Betriebe, Beschäftigte und ihre Familien. „Es braucht dringend Lösungen, die eine Austragung von Tarifkonflikten ermöglichen, ohne regelmäßig die Leistungsfähigkeit ganzer Regionen zu beeinträchtigen“, erklärt Eilers.
Dazu gehörten aus Sicht der IHK eine bessere Abstimmung von Maßnahmen, zeitliche und räumliche Begrenzungen der Eingriffe sowie Alternativen, die den Verkehrsfluss möglichst aufrechterhalten. Sven Jochims, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, ergänzt: „Es kann nicht im Sinne der Streikenden sein, dass durch den Streik nicht nur Unbeteiligten ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden zugefügt wird, sondern dies auch langfristig Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen in den Wirtschaftsstandort Wesermarsch hat.“
„Grundsätzlich sollte man sich Gedanken machen, wie kritische Infrastruktur zukünftig vor Auswirkungen von Streikenden geschützt werden kann“, so Jochims. Gemeinsam appellieren IHK und Kreishandwerkerschaft an Gewerkschaften, Arbeitgeberseite und Politik, Wege zu finden, um legitime
arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen nicht länger zulasten der öffentlichen Infrastruktur und der Allgemeinheit auszutragen. Für den Wirtschaftsraum Nordwest sei eine verlässliche und funktionsfähige Verkehrsanbindung über Weser und Hunte eine unverzichtbare Grundlage für Arbeitsplätze, Investitionen und Wertschöpfung. (pm/lr)