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02.08.2026, Lokalredaktion
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Oldenburger Land ist im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,4 Prozent gestiegen. Insgesamt meldeten 152 Unternehmen Insolvenz an –
18 mehr als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025. Das berichtet die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) auf Grundlage von Daten des Landesamtes für Statistik Niedersachsen. Damit wurde im Oldenburger Land der höchste Stand seit 2015 erreicht. Damals lag die Zahl im ersten Halbjahr bei 154 Firmeninsolvenzen. Auch niedersachsenweit stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen im gleichen Zeitraum um 8,7 Prozent.
„Viele Unternehmen stehen weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Hohe Standortkosten treffen auf eine schwache Nachfrage sowohl aus der Wirtschaft als auch von privaten Verbrauchern“, sagt Björn Schaeper, IHK-Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik. Hinzu kämen die anhaltenden geopolitischen Krisen sowie die wechselhafte Wirtschaftspolitik der USA, die für zusätzliche Unsicherheit sorgten. „Unsere aktuelle IHKKonjunkturumfrage zeigt, dass viele Unternehmen Investitionen und Verbraucher größere Anschaffungen verschieben.” Das belaste die wirtschaftliche Entwicklung und erhöhe den Druck auf ohnehin angeschlagene Betriebe.
Es lassen sich aber durchaus regionale Unterschiede erkennen: Die Landkreise Cloppenburg und Friesland verzeichnen im ersten Halbjahr weniger Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahreszeitraum. Dagegen
stiegen die Zahlen in allen übrigen Städten und Landkreisen des Oldenburger Landes. Die meisten Firmeninsolvenzen entfallen mit jeweils 22 Fällen auf die Stadt Oldenburg sowie die Landkreise Ammerland und Vechta. Ein Blick auf die Branchen zeigt, dass der Dienstleistungssektor mit 59 Unternehmensinsolvenzen in den ersten beiden Quartalen 2026 am stärksten betroffen ist. Es folgen der Handel mit 28 Fällen und das Baugewerbe mit 27 Insolvenzen.


Details unter www.ihk.de/oldenburg/insolvenzen. Die IHK bietet Unternehmen, die in Schwierigkeiten sind, Unterstützung an: Der nächste Sprechtag „Unterstützung im Krisenfall: Runder Tisch“ findet am
Freitag, 21. August, ab 9 Uhr statt. Anmeldungen unter: https://t1p.de/y3f54 (pm/lr)