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03.09.2026, Lokalredaktion
Mit klaren Beschlüssen und einem sichtbaren Schulterschluss zwischen Politik, Landkreis und Helios ist heute ein entscheidender Schritt für die zukünftige Gesundheitsversorgung in der Wesermarsch gelungen. In einem gemeinsamen Pressegespräch stellten der Niedersächsische Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi, Landrat Stephan Siefken sowie Johannes Rasche, Regionalgeschäftsführer der Helios Region Nord, die zentralen Ergebnisse vor.
„Wir haben heute hier ein sehr gutes Gespräch gemacht und wir haben sozusagen die Zukunft entwickelt – nicht für Brake, nicht für Nordenham, sondern die Zukunft für die Wesermarsch“, betonte Minister Philippi die Bedeutung des Tages gleich zu Beginn.
Helios Klinik Wesermarsch wird zentraler Grund- und Regelversorger
Ein Kernpunkt der Vereinbarung ist die Festlegung des Krankenhauses Nordenham als zukünftigen Grund- und Regelversorger der Region. Hintergrund ist die Insolvenz des bisherigen St. Bernhard Hospitals in Brake, dessen frühere Schließung durch intensive Abstimmungen erfolgreich kompensiert werden konnte. Der Minister hob hervor, dass die Versorgung der Patientinnen und Patienten jederzeit gewährleistet blieb. „Der Übergang ist hier elegant und extrem gut gelungen.“
Helios verfügt am Standort Nordenham über Ausbaureserven, die eine flexible Erweiterung ermöglichen. Gleichzeitig soll die Digitalisierung der medizinischen Versorgung weiter vorangetrieben werden – inklusive telemedizinischer Zuschaltungen von Fachärzten anderer Kliniken.
MVZ Brake bleibt erhalten – Onkologie wird weitergeführt
Ein zentrales Signal für die Region ist die Entscheidung des Zulassungsausschusses, die Sitze des MVZ Brake an Helios zu übertragen. Damit bleibt die ambulante Versorgung am Standort gesichert. „Das ermöglicht uns, die Gesundheitsversorgung im gesamten Landkreis auch an gewohnten Orten weiterhin sicherzustellen“, erläuterte Johannes Rasche. Besonders wichtig ist, dass die onkologische Tagesklinik bestehen bleibt. „Es wird hier also keine Einschränkungen der medizinischen Versorgung der onkologischen Therapie geben“, unterstrich Minister Philippi.
Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Brake befindet sich nicht im Krankenhaus, sondern in einem eigenständigen Ärztehaus, das baulich komplett losgelöst vom Klinikgebäude ist. Dort sind die verschiedenen Fachbereiche auf zwei Etagen verteilt.
Helios hat in den vergangenen Wochen gezielt dafür gesorgt, dass die ärztliche Expertise in der Region bleibt. Durch organisatorische Veränderungen konnten die bisherigen Ärztinnen und Ärzte gehalten werden, bewusst mit dem Ziel, das Vertrauensverhältnis zwischen Patientinnen/Patienten und ihren bekannten Behandlern zu sichern.
Damit bleibt die Versorgung stabil, Behandlungsverläufe bleiben nachvollziehbar, und die Menschen in der Wesermarsch können weiterhin auf vertraute medizinische Ansprechpartner bauen.
Da das Ärztehaus unabhängig vom Krankenhausgebäude ist, kann das MVZ dort ohne größere Umbauten weiterbetrieben werden. Die vertraglichen Rahmenbedingungen werden aktuell final abgestimmt, aber die räumliche Kontinuität bleibt vollständig erhalten.
Wiederaufbau der Geburtshilfe – starkes Signal für die Frauengesundheit
Ein weiterer Meilenstein ist die geplante Wiederaufnahme der gynäkologischen Versorgung und Geburtshilfe in Nordenham. Sowohl Ministerium als auch Helios sehen darin eine zentrale Antwort auf die bestehende Unterversorgung in der Wesermarsch und Teilen Frieslands. „Wir werden in absehbarer Zeit sehen, dass hier eine gynäkologische und Geburtshilfe wieder aufgebaut werden soll“, sagte Minister Phlippi und Landrat Stephan Siefken sprach von einem sehr starken Bekenntnis von Helios zur Wesermarsch.
Sektorübergreifende Versorgung als Zukunftsmodell
Im Gespräch wurde zudem die Möglichkeit eines Sektorübergreifenden Versorgungszentrums (SÜV) angesprochen . Dies ist ein Modell, das ambulante und stationäre Leistungen neu verzahnt. Dieses Modell könnte perspektivisch auch für Brake relevant werden und wird nun weiter geprüft.
Gemeinsamer Einsatz als Schlüssel zum Erfolg
Alle Beteiligten betonten die außergewöhnlich konstruktive Zusammenarbeit. Rasche würdigte ausdrücklich die Rolle des Ministeriums und des Landkreises. „Ohne die konstruktive und lösungsorientierte Unterstützung wäre eine derartige Lösung nicht möglich gewesen.“ „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir sehr gute Lösungen bekommen, wenn alle zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen“, ergänzte der Landrat.
Informationsveranstaltung für die Bevölkerung
Helios kündigte an, die Öffentlichkeit zeitnah zu einer Informationsveranstaltung einzuladen, um das neue Versorgungskonzept verständlich und praxisnah vorzustellen. (Foto und Text: Kerstin Seeland)