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30.04.2026, Lokalredaktion
In Nordenham entsteht eine neue Anlaufstelle für Menschen, deren Leben durch einen Schlaganfall grundlegend verändert wurde. Berbel Häseker aus Bremerhaven, Birgit und Wolfgang Thürmer aus Nordenham, der bereits etablierten Bremerhavener Selbsthilfegruppe „Schlaganfall & Hoffnung“ erweitern ihr Angebot und gründen im Herbst eine zusätzliche Gruppe direkt in Nordenham. Ziel ist es, Betroffenen, Angehörigen und Interessierten wohnortnah Unterstützung, Austausch und Orientierung zu bieten.
Die Initiative geht aus persönlichen Erfahrungen hervor. „Wir haben alle selbst einen Schlaganfall erlebt“, sagt Berbel Häseker, „Ich war 2021 im Lockdown Pflegefall, komplett gelähmt und konnte nicht sprechen. Eine Gruppe gab es damals nicht – also habe ich selbst eine gegründet.“
Aus diesem ersten Gesprächskreis entstand 2022 in Bremerhaven eine aktive Selbsthilfegruppe, die heute rund 50 Menschen umfasst. 2025 folgte eine eigene Angehörigengruppe, da der Bedarf an Austausch und Unterstützung dort besonders groß war. Nun soll Nordenham ein weiterer Standort werden – resultierend durch die große Nachfrage aus der Region.
Die neue Gruppe soll ab Herbst 2026 starten und voraussichtlich am vierten Montag im Monat von 15 bis 17 Uhr stattfinden. Die endgültigen Räumlichkeiten werden derzeit noch mit dem Mehrgenerationenhaus, der St.-Willehad-Gemeinde sowie der Stadt Nordenham abgestimmt. „Wir sind voller Hoffnung, dass wir einen zentralen Ort finden“, berichtet Berbel Häseker.
Die Arbeit der Gruppe ist rein ehrenamtlich organisiert – mit viel Herzblut, Erfahrung und einem starken Netzwerk. Die Bremerhavener Gruppe ist regelmäßig auf Veranstaltungen präsent, etwa zum bundesweiten Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai. Auch für Nordenham sind Informationsstände und Aktionen geplant, beispielsweise beim Stadtfest im August 2026.
Die Selbsthilfegruppe versteht sich als Mutmachgruppe: „Wir sind keine Jaulgruppe. Natürlich haben wir schlechte Tage, aber wir zeigen, was trotz Behinderung möglich ist“, unterstreicht Birgit Thürmer.
Neben dem Austausch zu medizinischen, therapeutischen und sozialen Fragen profitieren die Teilnehmenden vor allem vom Wissen der Gemeinschaft – von Erfahrungen mit Krankenkassen über Reha-Möglichkeiten bis hin zu Alltagsstrategien. „Alleine ist man stark, gemeinsam stärker“, sind sich Berbel Häseker, Birgit und Wolfgang Thürmer einig.
Wer sich für die Teilnahme an der Gruppe in Nordenham interessiert, kann gerne Kontakt mit „Schlaganfall & Hoffnung“ aufnehmen. (Foto und Text: Kerstin Seeland)
Kontakt & weitere Informationen:
Für Interessierte steht ein eigenes Schlaganfalltelefon zur Verfügung: 0155 10910952
E-Mail: schlaganfall-und-hoffnung@email.de
Webseite: www.schlaganfall-und-hoffnung.de
Auch ein Besuch der Bremerhavener Gruppe ist jederzeit möglich: Montags, 15 – 17 Uhr, in der Schillerstraße 64, „Gute Stube“, Quartier Geestemünde.
Titelfoto: Birgit und Wolfgang Thürmer und Berbel Häseker