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19.06.2026, Lokalredaktion
Manfred Schlemminger ist seit vier Wochen Gast im Vareler „Hospiz am Wattenmeer“. Dort fühlt er sich gut aufgehoben – nicht zuletzt, weil seine Frau Beate rund um die Uhr an seiner Seite ist.
Erst vor wenigen Tagen äußerte der 69-Jährige einen bescheidenen, aber großen Wunsch: Er möchte noch einmal gemeinsam mit seiner Frau eine Fahrt im Heißluftballon erleben. Die Pflegekräfte des Hospizes zögerten nicht lange und vermittelten den Wunsch an den Ovelgönner Verein „Lebenswunsch“, der sich der Erfüllung von Herzenswünschen Schwerstkranker widmet.

Schnelle Organisation
Mark Castens, 1. Vorsitzender des Vereins, organisierte er einen großen Heißluftballon, in dem sogar zehn Familienmitglieder Platz fanden. Gemeinsam mit Jürgen Vorwerk vom Oldenburger-Münsterland Ballooning beobachtete er die Wetterprognosen. Bereits drei Tage später war es so weit.

Am Abend des 16. Juni 2026 trafen sich Manfred Schlemminger, seine Frau Beate, Kinder und Enkelkinder auf dem Hof der Familie Holthusen in Harrierwurp. Dort warteten bereits Mark Castens sowie Thomas Timpe, Jendrik und Elias Holthusen, die beim Aufbau des Ballons halfen und ein geeignetes Startgelände organisiert hatten.
Mit einer Länge von mehr als 40 Metern und einem Volumen von 7000 Kubikmetern ist ein solcher Ballon eine beeindruckende Erscheinung. Gegen 21 Uhr ließ der Wind wie erwartet nach. In der Abendsonne entfaltete sich der riesige Ballon.

Zuerst stiegen die Kinder und Enkelkinder in den geräumigen Korb. Anschließend halfen Beate und Mark Castens Manfred Schlemminger beim Einsteigen. Seinen Rollator nahm er mit, um sich darauf setzen zu können. Dann verriegelte Mark Castens die Korbtür und Jürgen Vorwerk ließ heiße Luft in die Hülle strömen.
Langsam hob der Ballon ab und trug seine Fahrgäste in den sonnigen Abendhimmel. Beate Schlemminger kamen Freudentränen, und auch Manfred konnte sein Glück kaum fassen. In einer Höhe von rund 500 Metern bot sich den drei Generationen ein grandioser Blick über die Wesermarsch – bei wolkenlosem Himmel und traumhaftem Sonnenuntergang.
Glückliche Landung
Nach fast einer Stunde landete der Ballon bei Wehrder, unweit von Elsfleth, unter den Augen zahlreicher Schaulustiger. Dort wurden alle Passagiere traditionell getauft und erhielten ihren „Adelstitel“. Manfred Schlemminger darf sich nun „Wolkenprinz Manfred, der unerschrockene Akrobat der Lüfte, fahrend in der Abendstimmung bei Brake“ nennen.
Voller Dankbarkeit umarmte dieser zum Abschied Mark Castens und lud ihn zu seinem 70. Geburtstag am 22. Juni 2026 ins Vareler Hospiz ein. Ein unvergesslicher Abend für die ganze Familie – und ein erfüllter Herzenswunsch, der Manfred Schlemminger noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Informationen zur ehrenamtlichen Arbeit des Ovelgönner Vereines gibt es auch unter www.Lebenswunsch.org der seit seinem neunjährigen Bestehen schon mehrere hundert Wünsche erfüllen konnte. (pm/lr – Fotos: Mark Castens)