Sie können uns unterstützen

15.07.2026, Lokalredaktion
IHK-Konjunkturumfrage – Reformpaket könnte Stimmung aufhellen. Im zweiten Quartal 2026 zeigt sich die Konjunktur im Oldenburger Land leicht stabilisiert, ohne dass bereits von einer
durchgreifenden Erholung gesprochen werden kann. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser als noch zu Jahresbeginn. Der Lagesaldo für die Gesamtwirtschaft verbessert sich von – 3,4 auf +0,9 Punkte. Gleichzeitig hellen sich die Geschäftserwartungen leicht
auf; sie bleiben mit -21,5 Punkten jedoch deutlich im negativen Bereich. Das hat eine Umfrage der Oldenburgischen IHK unter ihren Mitgliedsunternehmen ergeben. Der IHK-Konjunkturklimaindex steigt um 4,2 Zähler auf 89,0 Punkte (Vorjahr: 98,3 Punkte).
„Nach wie vor bremst die Unsicherheit durch die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten die Konjunktur aus”, sagt Björn Schaeper, IHKGeschäftsführer für Wirtschaftspolitik. Die Sorge vor steigenden Energiepreisen, Störungen der internationalen Lieferketten und einer erneuten Belastung des Welthandels dämpfe vielerorts die Zuversicht der Unternehmen.
Gleichzeitig bleibe die Inlandsnachfrage schwach. Die Arbeits- und Produktionskosten seien in Deutschland zu hoch und die Konsumneigung durch gestiegene Lebenshaltungskosten zu schwach, so Schaeper. Die aktuelle Lage wird derzeit nur vom Baugewerbe und den Dienstleistungen
positiv gesehen. Zwar haben sich die Lagebeurteilungen im Verkehrsgewerbe, Großhandel und Einzelhandel verbessert, sie bleiben aber – besonders im Einzelhandel – negativ. In der Industrie wird die Lage sogar etwas schlechter bewertet als zu Jahresbeginn.
Für einen Stimmungsaufschwung in den nächsten Monaten könnte das angekündigte Reformpaket sorgen, meint Schaeper. Es enthalte viele überfällige Schritte, etwa beim Abbau von Bürokratie und bei der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Die Umsetzung des Paketes sei zwingend erforderlich, denn größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung blieben aus Sicht der Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.
Branchenergebnisse
Im verarbeitenden Gewerbe bleibt die Situation angespannt. Die Auftragseingänge sind im 2. Quartal rückläufig gewesen. Während sich die Auslandsorder stabilisiert haben, sind die Inlandsorder weiter gefallen. Der Ausblick auf die kommenden Monate bleibt getrübt. Unter anderem sind sinkende Exporterwartungen der Grund hierfür.
Das Baugewerbe ist mit der aktuellen Lage sehr zufrieden. Die Auftragseingänge sind gestiegen und die Auftragsreichweite beträgt bei fast zwei Drittel der Befragten vier oder mehr Monate. Allerdings rentieren sich nicht alle Aufträge, wie die deutlich verschlechterte Ertragslage zeigt. Daher bleibt der Saldo der Geschäftserwartungen leicht im Minus.
Die wirtschaftliche Situation des Einzelhandels bleibt unbefriedigend. Die Kaufzurückhaltung infolge gestiegener Lebensmittel- sowie Energiepreise spüren die Händler deutlich. Ein zunehmender Leerstand in den Geschäftszentren schwächt vielerorts das Einkaufserlebnis. Eine grundlegende Besserung in nächster Zeit erwarten die Händler nicht.
Der Großhandel meldet eine spürbare Verbesserung der aktuellen Geschäftslage gegenüber der Vorumfrage. Vor allem das Inlandsgeschäft hat angezogen. Dennoch bleibt der Lagesaldo insgesamt negativ. Die schwache Investitionsneigung vieler Unternehmen sowie die insgesamt gedämpfte Konjunktur begrenzen weiterhin die Geschäftsaussichten.
Die aktuelle Geschäftslage im Verkehrs- und Logistikgewerbe hat sich im zweiten Quartal spürbar verbessert. Der Saldo ist gegenüber dem Vorquartal von -18,7 auf -0,9 gestiegen. Die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben deutlich pessimistisch. Die Preise für Beförderungs- und Logistikleistungen sind erneut stark gestiegen und werden nach Einschätzung der Befragten auch künftig weiter anziehen.
Die Stimmung in der regionalen Dienstleistungswirtschaft hat sich im Vergleich zum Vorquartal leicht eingetrübt. Das Gros der Befragten meldet aber eine zufriedenstellende Geschäftslage. Für die nächsten Monate erwarten die Betriebe eine positivere Entwicklung mit besseren Geschäften als bisher. Details unter www.ihk.de/oldenburg/konjunkturumfrage (pm/lr)