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17.04.2026, Lokalredaktion
Auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Björn Thümler hat die Landesregierung erstmals detailliert offengelegt, wie es um den Zustand der Landesstraßen in der Wesermarsch steht. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Trotz zusätzlicher Mittel und eines erhöhten Landesstraßenbauplafonds bleibt für den Großteil der Strecken weiterhin unklar, wann sie saniert werden.

Thümler hatte die Anfrage gestellt, nachdem Verkehrsexperten und Kommunalpolitiker erneut massive Schäden insbesondere infolge der jüngsten Frostperiode gemeldet hatten. Zahlreiche Landesstraßen seien inzwischen in einem schlechten bis sehr schlechten Zustand und nur eingeschränkt befahrbar.
Die Landesregierung verweist in ihrer Antwort auf die Bedeutung der Landesstraßen für Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung. Für 2026 stehen landesweit rund 109,5 Millionen Euro für den Erhalt des Netzes bereit, ergänzt durch 500 Millionen Euro aus dem Bundes-Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) über die kommenden zehn Jahre.
Für die Wesermarsch ergibt sich dennoch ein gemischtes Bild. Lediglich drei Abschnitte erhalten 2026 eine konkrete Fahrbahnerneuerung. Für die Mehrheit der Landesstraßen existiert weiterhin keine Planung.
Konkrete Maßnahmen 2026: Landesstraße 859 (Niens – Stollhamm) Erneuerung von Asphaltdeck- und Asphalttragschicht; L 866 (A 28 – Huntebrück-Süd/B 212): Fahrbahnerneuerung über die Deckschicht hinaus, Fortsetzung 2027; L 868 (Neuenkoop – Berne/B 74/B 212): Erneuerung von Asphaltdeck- und Asphalttragschicht.
Erst ab 2027 geplant: L 855 (Stollhamm – Ovelgönne),L 864 (Jaderkreuzmoor – Huntorf) sowie L 865 (A 28 – Huntebrück-Nord/B 212).
Für zahlreiche weitere Landesstraßen, darunter L 858 (Burhave bis Rahden), L 860 (Burhave bis Ellwürden), L 862 (von B 437/Jaderaußendeich bis Heubült), L 863 (von der L 862 über Neustadt, L 886 bis L 855), L 867 (von L 866/Köterende bis L 868/Hude), L 877 (von L 875/Sandhausen bis Bremen), L 886 (von L 863/Colmar bis B 211)und L 889 (von B 212 bis Fähre Golzwarden), sieht die Landesregierung derzeit keine großflächigen Sanierungsarbeiten vor.
Bereits im April 2025 hatte die Landesregierung erklärt, keine Aussagen zu Umfang oder Zeitpunkt möglicher Sanierungen treffen zu können. Die erneute Anfrage sollte klären, ob sich die Perspektive nach einem weiteren Jahr und einer erneuten Frostperiode verbessert hat.
Thümler bewertet die Antwort kritisch. Er hebt hervor, dass die Landesregierung den Sanierungsbedarf zwar anerkenne, aber weiterhin keine Perspektive für große Teile der Wesermarsch biete. Aus seiner Sicht benötigen Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen zeitnah verlässliche und leistungsfähige Verkehrswege. Zudem fordert er eine transparentere Priorisierung und eine stärkere Berücksichtigung der Region angesichts der massiven Frostschäden. (pm/lr – Foto: Kerstin Seeland)