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20.06.2026, Lokalredaktion
Die bestehenden Rechtsgrundlagen aus dem Bundesjagdgesetz müssen in Niedersachsen jetzt aktiv angewendet werden. Der Kreislandvolkverband Wesermarsch setzt sich gemeinsam mit seinen Mitgliedern seit Jahren dafür ein, dass die Wesermarsch zur wolfsfreien Zone erklärt wird.
Aktuelle Meldungen zu Wolfsrissen und Wolfspräsenz in der Region zeigen aus Sicht der Tierhalter: So kann es nicht weitergehen. Der Kreislandvolkverband warnt vor einem ungelösten Zielkonflikt: Weidehaltung ist in der Wesermarsch nur dann dauerhaft möglich, wenn Wölfe hier keinen Lebensraum etablieren.
„Die Wesermarsch braucht klare Regeln: Weidehaltung muss möglich bleiben, und Küstenschutz muss sicher funktionieren. Dafür braucht es eine wolfsfreie Zone. Die Landespolitik muss jetzt die vorhandenen Rechtsgrundlagen aktiv nutzen und umsetzen“, sagt Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Wesermarsch.
Herdenschutz wird vielerorts bereits umgesetzt, auch weil er Voraussetzung für Ausgleichs- und Entschädigungszahlungen nach Wolfsübergriffen ist. Am Deich und in weiten Weidegebieten sind wolfssichere Zäune jedoch weder praktikabel noch verhältnismäßig: Sie wären in der Fläche kaum dauerhaft zu unterhalten, die Pflege ist aufwendig und die Kosten stehen oft in keinem Verhältnis. Zudem würden hohe, dauerhafte Einzäunungen die barrierefreie Offenlandschaft zerschneiden, die für den Artenschutz wichtig ist. Zugleich ist der Küstenschutz auf die Beweidung angewiesen.
Nach Auffassung des Kreislandvolkverbands bietet das Bundesjagdgesetz die Grundlage für ein aktives Wolfsmanagement. Niedersachsen übernimmt diese Möglichkeiten jedoch nicht konsequent in die Praxis und bleibt damit hinter dem rechtlich Möglichen zurück. In der Praxis greifen Maßnahmen oft erst nach mehreren bestätigten Schadensfällen und innerhalb fester Jahreskontingente. Aus Sicht des Verbands braucht es deshalb Regeln, die schneller und auch vorbeugend wirken, damit Weidehaltung und Küstenschutz verlässlich gesichert werden.
Der Kreislandvolkverband Wesermarsch fordert die zuständigen Stellen, insbesondere die Landesregierung, auf, jetzt verbindliche Schritte einzuleiten. „Wir brauchen ein Management, das schützt: Tiere, Betriebe und unsere Deiche“, betont Dr. Karsten Padeken. Deshalb müsse die Wesermarsch als wolfsfreie Zone erklärt werden. Padeken appelliert zudem an die Kommunen in der Wesermarsch, die Jägerschaft und alle weiteren Verbände in der Region, diese Forderung geschlossen zu unterstützen: „Wir müssen hier mit einer Stimme sprechen.“ (pm/lr)