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17.12.2025, Lokalredaktion
Der Landkreis Wesermarsch hat nach intensiver Arbeit und mehreren Beratungsrunden sein Klimaschutzkonzept fertiggestellt und dem Kreistag vorgelegt. Ziel ist es, bis 2040 treibhausgasneutral zu werden. Das Konzept entstand in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Klimaschutz, der Verwaltung sowie durch Bürgerbeteiligung in Workshops und Online-Formaten.
Ina Korter (Bündnis 90/Die Grünen) informierte die Kreistagsmitglieder darüber, dass zunächst der aktuelle Stand des Klimaschutzes im Landkreis dargestellt und eine Energie- und Treibhausgasbilanz erstellt wird. Dabei wurden auch die Werte des größten Energieverbrauchers Glencore ergänzt, sodass künftig mit zwei Szenarien gearbeitet werden kann. Eine Potentialanalyse zeigt mögliche Einsparungen und Effizienzsteigerungen in Bereichen wie Verkehr, Wärmeversorgung und Landwirtschaft. Besonders im Agrarsektor werden rechnerische Einsparpotenziale aufgeführt, deren konkrete Umsetzung jedoch noch politisch entschieden werden muss.
Das Konzept enthält einen umfangreichen Maßnahmenkatalog, der als Grundlage für die weitere Arbeit dient und vor allem die Beantragung von Fördermitteln ermöglicht – denn die Haushaltslage des Landkreises erlaubt keine alleinige Finanzierung großer Projekte. Neben der Langfassung von über 200 Seiten soll im kommenden Halbjahr ein Kurzkonzept erstellt werden, um die Arbeit zu erleichtern.
Der Landkreis hat bereits zahlreiche Schritte unternommen: Das Klimaschutzmanagement wurde personell verstärkt, energetische Sanierungen und Photovoltaik-Anlagen an kreiseigenen Gebäuden umgesetzt, ein Freiflächenkonzept für Kommunen entwickelt, Elektromobilität bei Verkehrsbetrieben gefördert und Projekte wie Regenwassernutzung oder insektenfreundliche Gärten unterstützt. Auch Anreizprogramme für Bürgerinnen und Bürger haben sich als erfolgreich erwiesen.
Als Küstenlandkreis ist die Wesermarsch besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen. Deshalb betonte Landrat Stephan Siefken, dass das Klimaschutzkonzept nicht nur eine formale Grundlage ist, sondern aktiv gelebt und regelmäßig aktualisiert werden muss. Es soll Motivation und Orientierung bieten, über die direkte Einflussnahme des Landkreises hinaus. Mit diesem Konzept will die Wesermarsch zügig in die Umsetzung gehen und möglichst viele Menschen auf dem Weg mitnehmen. Christoph Hartz (SPD) unterstrich die Wichtigkeit des Konzepts, bei dem auch die Kommunen und Bürger beteiligt waren. (Foto und Text: Kerstin Seeland)