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09.10.2025, Lokalredaktion
Die Gemeinde Butjadingen und weitere Tourismusorte in Niedersachsen fordern eine stärkere finanzielle Unterstützung durch das Land, um den Herausforderungen des wachsenden Tourismus gerecht zu werden. In einer aktuellen Resolution, die von der Gruppe CDU/Grüne/FDP eingebracht wurde, machte Kreistagsmitglied Ina Korter (Grüne) deutlich, dass der Tourismus als bedeutender Wirtschaftsfaktor bislang nicht ausreichend berücksichtigt wird – trotz beeindruckender Zahlen: Rund 293.000 Menschen sind in der niedersächsischen Tourismuswirtschaft beschäftigt, mehr als in der Autoindustrie oder den Häfen.
Während andere Bundesländer ihre Tourismuskommunen seit Jahren gezielt fördern, blieb Niedersachsen lange zurückhaltend. Zwar existieren Projektfördermittel und ein Marketingbudget von etwa drei Millionen Euro, doch diese reichen nicht aus, um die dringend benötigte gemeindliche Infrastruktur zu verbessern – etwa Promenaden, Gehwege oder öffentliche Einrichtungen, die in der Hochsaison von bis zu dreifach so vielen Menschen genutzt werden wie sonst.
Zertifizierte Tourismuskommunen wie Nordseeheilbäder oder Kneippkurorte dürfen zwar laut Kommunalabgabengesetz Beiträge zur Deckung touristischer Aufwendungen erheben, jedoch nicht zur Finanzierung allgemeiner Infrastrukturmaßnahmen. Die Kommunen müssen daher hohe Eigenanteile leisten, die oft die freiwilligen Leistungen im Haushalt übersteigen.
Erstmals hat die rot-grüne Landesregierung im Jahr 2024 zwei Millionen Euro für prädikatisierte Tourismuskommunen bereitgestellt – ein begrüßenswerter Schritt, jedoch nicht ausreichend. Besonders kritisch: Diese Mittel kommen ausschließlich Kurorten zugute, nicht aber Nordseebädern wie Tossens oder Burhave, die ebenfalls vom Wirtschaftsministerium zertifiziert wurden.
Die Resolution fordert daher:
- Eine deutliche Erhöhung der bereitgestellten Mittel
- Eine gerechte Verteilung auf alle prädikatisierten Tourismuskommunen
- Eine strukturelle Berücksichtigung im kommunalen Finanzausgleich oder durch ein Sonderbudget
Ein Blick nach Thüringen zeigt, dass es anders geht: Dort erhielten bereits 2016 insgesamt 17 Kurorte einen Sonderlastenausgleich von zehn Millionen Euro. Niedersachsen muss nachziehen, um seine touristische Attraktivität zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Die Resolution appelliert an die Landesregierung, gemeinsam mit den betroffenen Kommunen tragfähige Lösungen zu erarbeiten – denn verlorene Stammgäste kehren selten zurück. Jetzt ist der Moment, um Niedersachsen als starkes Tourismusland nachhaltig zu positionieren.
Landrat Stephan Siefken unterstrich, dass die Branche gefördert werden muss und dass finanzielle Ressourcen des Landes dazu notwendig sind, da dies die Kommunen, aufgrund der finanziellen Situation nicht mehr leisten können.
MdL Björn Thümler (CDU) berichtete, dass für das Jahr 2026 sieben Millionen Euro vorgesehen sind, dies aber immer noch zu wenig an finanzieller Unterstützung sei. (Foto (Burhave) und Text: Kerstin Seeland)