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30.04.2026, Lokalredaktion
„Nach zwölf Vertiefungen ist die Belastungsgrenze der Wesermarsch erreicht“
Wasser war eines der zentralen Themen auf dem Landesparteitag der GRÜNEN Niedersachsen am vergangenen Wochenende, in Emden. Die Delegierten haben sich dort klar gegen weitere Vertiefungen der Unter- und Außenweser positioniert. Der entsprechende Antrag – eingebracht von den GRÜNEN Wesermarsch – wurde mit großer Mehrheit verabschiedet.

Die GRÜNE Kreistagsabgeordnete Christina-Johanne Schröder machte in der Debatte deutlich, dass die bisherigen Versprechen im Zusammenhang mit den Weservertiefungen nicht eingehalten worden seien: „Die letzten zwölf Vertiefungen wurden den Menschen in der Wesermarsch immer wieder als unproblematisch verkauft – doch die Realität zeigt etwas anderes. Die ökologischen und sozialen Folgen sind längst spürbar. Als GRÜNE stehen wir klar gegen eine weitere Vertiefung von Unter- und Außenweser. Und wir werden auch im Kreistag weiter für entsprechende Mehrheiten kämpfen.“

Der von den Delegierten beschlossene Antrag zeichnet ein deutliches Bild der Situation entlang der Weser. Nach insgesamt zwölf Vertiefungen sei der Fluss aus dem Gleichgewicht geraten: Schlickablagerungen nehmen zu, Ufer erodieren, kleine Häfen und der Fedderwarder Priel seien zunehmend verschlickt oder nur noch eingeschränkt nutzbar. Mit steigendem Tidenhub dringe Salzwasser weiter ins Landesinnere vor, wodurch Gräben versalzen, landwirtschaftliche Nutzungen beeinträchtigt werden und die Weidewirtschaft unter Druck gerät. Lebensräume in und an der Weser verändern sich dadurch tiefgreifend – mit spürbaren Folgen für Natur, Landwirtschaft und Tourismus.
Gleichzeitig wachse der Druck auf Deiche und Küstenschutzanlagen deutlich, eine Entwicklung, die durch den Klimawandel zusätzlich verschärft werde. Auch die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Infrastruktur in der Region sei davon betroffen und auf einen stabilen Küstenschutz angewiesen. Trotz früherer Zusagen seien zentrale Kompensationsmaßnahmen bislang nur unzureichend umgesetzt worden. Karin Janwlecke, Kreisvorständin der GRÜNEN Wesermarsch aus Butjadingen, betont die Sorgen in der Region: „Anwohner, Fischer, Touristen und Unternehmen entlang der Weser sorgen sich vor den Folgen einer erneuten Vertiefung. Schon jetzt ist die Verschlickung für die Fischer und viele Unternehmen ein großes Problem – eine weitere Vertiefung würde diese Situation weiter verschärfen.“
Der Antrag unterstreicht zudem, dass sich durch weitere Vertiefungen ein struktureller Zwang zu immer größeren Schiffen und immer tieferen Fahrrinnen verfestigt – mit entsprechend steigenden ökologischen und finanziellen Folgekosten. Stattdessen brauche es eine wirtschaftlich wie ökologisch nachhaltige Entwicklungsperspektive für die Häfen an der Weser.
Die GRÜNEN Niedersachsen fordern daher einen klaren Kurswechsel: keine weiteren Vertiefungen der Unter- und Außenweser, die vollständige Umsetzung bestehender Kompensationszusagen des Bundes sowie eine prioritäre Sicherung besonders belasteter Deichabschnitte.
Hintergrund: Unter folgendem Link finden Sie den von den Wesermarsch-GRÜNEN eingebrachten Antrag auf dem Landesparteitag. https://ldk-emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Nach-zwolf-Weservertiefungen-ist-Schluss-Menschen-Sicherheit-Umwel-15117 (pm/lr – Fotos: privat)