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17.08.2026, Lokalredaktion
Mit seinem Spitzenkandidaten Björn Thümler (Berne) startet der CDU‑Kreisverband Wesermarsch in den Landtagswahlkampf 2027. Bei der Aufstellungsversammlung im Braker Central‑Theater stimmten am Freitagabend 35 der 36 anwesenden Mitglieder für den 55‑Jährigen. Es gab eine Gegenstimme. Thümler zeigte sich zuversichtlich, den neu zugeschnittenen Wahlkreis direkt gewinnen zu können. Durch die Wahlkreis‑Neuordnung der rot‑grünen Landesregierung mit Herausnahme der Gemeinden Jade und Ovelgönne entspricht der Zuschnitt wieder dem von 2003. Damals hatte Thümler, entgegen vieler Erwartungen, bei seiner ersten Kandidatur das Direktmandat geholt. Die Wahl zum 20. Niedersächsischen Landtag findet am Sonntag, 26. September 2027, statt.
Zu den ersten Gratulanten zählte der CDU‑Landesvorsitzende und Fraktionschef im Landtag, Sebastian Lechner. Er würdigte Thümlers langjährige Arbeit in Hannover. „Sein Wort hat Gewicht. Er ist eine feste Größe der Landtagsfraktion.“ Lechner hob Thümlers Fähigkeit hervor, immer wieder kluge Hinweise zu geben. „Wir wollen ihn in Hannover nicht missen“, betonte er. Seit 1986 Mitglied der CDU, sei Thümler zudem eine klare Stimme für die Region. Er ist seit 2002 Vorsitzender des CDU‑Kreisverbandes Wesermarsch und seit 2003 stellvertretender Vorsitzender des CDU‑Landesverbandes Oldenburg. Von 2008 bis 2017 führte er die CDU‑Landtagsfraktion, war Parlamentarischer Geschäftsführer und später Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur sowie stellvertretendes Mitglied des Bundesrates. Derzeit leitet er den Ausschuss für Haushalt und Finanzen.
In seiner Grundsatzrede skizzierte Lechner anschließend die Leitlinien des CDU‑Wahlprogramms für 2027. Er strebt im kommenden Jahr das Amt des Ministerpräsidenten an. Ein besseres Niedersachsen sei möglich, betonte er. Besonders wichtig seien ihm die Bereiche Wirtschaft, Innere Sicherheit und Bildung. Um dem Lehrermangel zu begegnen, plädiert er, trotz mancher Vorbehalte, für ein Quereinsteigerprogramm. In der Wirtschaftspolitik setzt er auf ein aktives Ansiedlungsmanagement. Beim Thema Innere Sicherheit verwies er auf die bundesweit schlechteste Quote Niedersachsens bei der Abschiebung straffälliger Ausländer. Das Recht müsse konsequent und ohne Ansehen der Person umgesetzt werden. Thümler ergänzte, dass unter Lechner ein klarer Kurs erkennbar sei. Sicherheit vor Naturgewalten und eine Verwaltungsreform ohne Kahlschlag gehörten zu den weiteren Aufgaben in Hannover.
Für die Kommunalwahl am 13. September sagte Lechner den Kommunen Unterstützung zu. Entscheidungen sollten dort getroffen werden, wo die Menschen ihre Folgen unmittelbar spürten. Er forderte mehr Freiraum und mehr Entscheidungsmöglichkeiten für die kommunale Ebene. Zudem kündigte er eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen an. Ziel sei es, die Vielzahl der Förderprogramme mit einem Volumen von drei Milliarden Euro abzuschaffen und die Mittel direkt an die Kommunen zu geben. Zwar verfüge das Land über 4,6 Milliarden Euro zusätzlichen Spielraum, doch stelle die rot‑grüne Landesregierung den Kommunen, anders als andere Bundesländer, weniger als die Hälfte der verfügbaren Mittel bereit. Die Kommunen bräuchten das Geld direkt, verlässlich und ohne große Auflagen.
In einer von Jannes Böck, dem Vorsitzenden der Jungen Union Wesermarsch, moderierten Talkrunde diskutierten Sebastian Lechner, der CDU‑Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst und Jochen Steinkamp, Vorsitzender des CDU‑Kreisverbandes Vechta, die Themen Wirtschaft, Innere Sicherheit und Bildung.
Titelfoto: Björn Thümler (links) nahm den Blumenstrauß von Sebastian Lechner entgegen. Im Hintergrund freuen sich Bastian Ernst (links) sowie Jochen Steinkamp mit dem Wesermarsch-Kandidaten über das gute Wahlergebnis. Bild: Büro Thümler