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02.05.2026, Lokalredaktion
Während der Niedersächsische Fischereidialog aktuell läuft, wächst die Anspannung in den Küstenregionen. Die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann spricht von einer Situation, in der viele Fischerinnen und Fischer „in höchster Alarmbereitschaft“ seien.

„Die Diskussionen um mögliche Fischereiausschlussgebiete treffen die Betriebe ins Mark. Für viele geht es um ihre wirtschaftliche Existenz“, betont Logemann. Die Rückmeldungen aus der Praxis zeigten deutlich, dass vorgeschlagene Gebiete teilweise zentrale Fangräume betreffen könnten.
Der laufende Dialogprozess der Landesregierung sei deshalb von zentraler Bedeutung. Ziel sei es, Nutzungskonflikte zwischen Fischerei, Naturschutz, Schifffahrt und Energieinfrastruktur tragfähig zu lösen. „Wir müssen ökologische Anforderungen, wirtschaftliche Tragfähigkeit und soziale Perspektiven zusammenbringen – und das gemeinsam mit den Betroffenen“, so Logemann.
Gleichzeitig macht die Abgeordnete deutlich, dass es Verbesserungsbedarf bei den Entscheidungsgrundlagen gibt: „Die Datengrundlagen und Bewertungsmethoden müssen so weiterentwickelt werden, dass sie die Realität auf See auch wirklich abbilden.“
Die Küstenfischerei sei nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern auch prägend für Identität, Tourismus und regionale Wertschöpfung entlang der Nordseeküste. Gerade die kleinstrukturierte, familiengeführte Fischerei sichere Arbeitsplätze und die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln.
Um sich vor Ort ein Bild zu machen und die Betriebe bestmöglich zu unterstützen, wird Karin Logemann am 12. Mai Butjadingen besuchen. Gemeinsam mit Daniel Schneider, Leiter der Koordinierungsstelle Transformation Fischerei (IKTF), ist ein Austausch mit dem Fischer Söhnke Thaden geplant.
„Mir ist wichtig, die Perspektiven der Praktiker direkt aufzunehmen. Nur so können wir Lösungen entwickeln, die wirklich tragen“, erklärt Logemann.
Der Fischereidialog ist als langfristiger Prozess angelegt. Die Ergebnisse sollen in konkrete politische Entscheidungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene einfließen.
„Der Dialog zeigt, dass wir bereit sind, schwierige Zielkonflikte offen anzusprechen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Genau diesen Weg müssen wir jetzt konsequent weitergehen“, so Logemann.