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26.11.2025, Lokalredaktion
Die Energiewende steht und fällt mit funktionierenden Transportketten. Ohne Schwer-, Großraum- und Langtransporte kommt der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht voran. Doch seit Jahren gelten die Genehmigungsverfahren als bürokratisches Nadelöhr. Über die niedersächsischen See- und Binnenhäfen werden regelmäßig zentrale Bauteile von gigantischen Rotorblättern über tonnenschwere Transformatoren bis hin zu kilometerlangen Kabeln umgeschlagen. Jede Verzögerung bei den Transportgenehmigungen trifft damit nicht nur die Energiewirtschaft, sondern auch die maritime Branche unmittelbar.
Genau hier setzen die CDU-Landtagsabgeordneten Hartmut Moorkamp, Melanie Reinecke, Ulf Thiele, Katharina Jensen und Claus Seebeck an. Mit einer Kleinen Anfrage wollten sie wissen, wie weit eine Erleichterung von Antragsverfahren für Großraum- und Schwertransporte gediehen ist. Ihr Kollege Björn Thümler aus Berne, dessen Wahlkreis regelmäßig von Schwertransporten durchquert wird, merkte dazu an: „Die Energiewende gelingt nur, wenn wir auch die Transportwege für große und schwere Komponenten verlässlich absichern. Für die Menschen und Unternehmen in unserer Region ist es entscheidend, dass Genehmigungen schneller und praxisgerechter erteilt werden.“
Die Niedersächsische Landesregierung verweist auf Fortschritte: Eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe der Verkehrsministerkonferenz hat ein neues Genehmigungsverfahren entwickelt, das 2024 von den Ländern gebilligt und vom Bundeskabinett sowie Bundesrat bestätigt wurde. Seit Juli 2025 gelten die Änderungen wie kürzere Bearbeitungsfristen, flexiblere Toleranzen und eine frühere Nachtfahrregelung. Nun sollen die Neuerungen in das digitale Genehmigungssystem VEMAGS eingearbeitet werden.
Parallel setzt Niedersachsen auf die Wasserstraßen: Mit dem bundesweiten Projekt zu Mikrokorridoren für die Binnenschifffahrt sollen Transporte verstärkt auf Schiffe verlagert und die Straßeninfrastruktur entlastet werden. (pm/lr – Foto: Büro Thümler)