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29.01.2026, Lokalredaktion
Aus Sicht des CDU-Landtagsabgeordneten Björn Thümler (Berne) macht die Antwort der Niedersächsischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Claus Seebeck und Dr. Marco Mohrmann zum Thema Herdenschutz und Wolfsentnahmen in Niedersachsen deutlich, dass das niedersächsische Wolfsmanagement weiterhin zu langsam und zu wenig praxistauglich ist. Entscheidungen zögen sich hin, notwendige Anpassungen kämen verspätet und die Belastungen für Weidetierhalter nähmen stetig zu. Während die Wolfspopulation kontinuierlich wächst, bleiben politische und administrative Schritte hinter den Erfordernissen zurück, merkt der Landtagsabgeordnete an.
Ein Beispiel sei die geplante Erweiterung der Richtlinie Wolf, nach der künftig bereits ein einzelner Schaden an Rind oder Pferd eine Förderung auslösen soll. Obwohl die Probleme seit Jahren bekannt sind, befindet sich diese Änderung erst „in Vorbereitung“. Die EU hat den Schutzstatus des Wolfs von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabgestuft. Diese EU-Regelung gilt seit 2025, wodurch die Behörden grundsätzlich mehr rechtlichen Spielraum haben, um bei wiederholten Nutztierrissen schneller zu reagieren. Allerdings arbeite Niedersachsen noch an der konkreten Umsetzung, so dass vor Ort weiterhin die bisherigen Managementregeln gelten, merkt der CDU-Landtagsabgeordnete an. „Das zeigt, wie schwerfällig die Landesregierung auf akute Herausforderungen reagiert“, so Thümler weiter. Auch die geringe Zahl von nur 23 Ausnahmegenehmigungen zur Entnahme seit Dezember 2020 belege, dass die Verfahren trotz gerichtlicher Hinweise weiterhin kompliziert und langwierig seien. Nach Kenntnisstand der Landesregierung wurden zwölf der erlassenen 23 artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigungen richterlich geprüft, davon zwei ohne Beanstandungen.
Zudem wirkten Förderprogramme nur mit erheblicher Verzögerung. Hunderte Betriebe hätten Anträge gestellt, doch Auszahlungen erfolgten oft erst ein Jahr später oder beträfen Altanträge aus früheren Jahren. „Das ist kein wirksamer Herdenschutz, sondern ein Verwaltungsprozess, der den Betrieben kaum hilft“, macht Thümler deutlich. Dass die Landesregierung zudem keine systematischen Daten zu möglichen Auswirkungen von Herdenschutzmaßnahmen auf Wildtierbestände erhebt, wertet er als weiteres Zeichen fehlender strategischer Steuerung.
Insgesamt sieht Thümler ein Wolfsmanagement, das den Realitäten vor Ort nicht gerecht wird. Die Herausforderungen seien seit Langem bekannt, doch die Antworten der Landesregierung blieben zögerlich, langsam und unvollständig. Thümler fordert ein entschlosseneres Vorgehen, das Weidetierhalter entlastet und Entscheidungen schneller umsetzt. (pm/lr – Foto: Symbolbild pixabay)