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18.04.2026, Lokalredaktion
Der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler (Berne) fordert ein konsequentes und rechtssicheres Wolfsmanagement für Niedersachsen. Hintergrund ist ein aktueller Antrag der CDU-Landtagsfraktion, der die Landesregierung auffordert, die neuen bundesrechtlichen Möglichkeiten zur Regulierung der Wolfspopulation vollständig und ohne Verzögerung umzusetzen.
Thümler betont, dass die Situation in der Wesermarsch und anderen Weidetierregionen Niedersachsens zunehmend angespannt sei. Die Zahl der Wolfsübergriffe auf Nutztiere bleibe trotz erheblicher Investitionen in den Herdenschutz hoch. „Für Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter, aber auch für den Deichschutz und das Sicherheitsempfinden der Menschen im ländlichen Raum ist die aktuelle Entwicklung nicht länger tragbar“, betont Thümler.
Das Europäische Parlament hat am 8. Mai 2025 mit großer Mehrheit für eine Absenkung des Schutzstatus des Wolfs gestimmt. Der Bund hat daraufhin die gesetzlichen Grundlagen angepasst. Mit Änderungen des Bundesjagd- und Bundesnaturschutzgesetzes wurde der Weg für ein aktives Wolfsmanagement frei gemacht. Der Bundesrat hat die Neuregelungen am 27. März 2026 bestätigt. „Jetzt liegt es an Niedersachsen, diese Möglichkeiten auch zu nutzen“, so Thümler weiter. „Andere Bundesländer bereiten sich längst vor. Wir dürfen nicht länger zusehen, wie Tierhalter und Deichverbände im Stich gelassen werden.“
Der Antrag der CDU fordert, dass Niedersachsen die vom Bund vorgesehene Jagdzeit vom 1. Juli bis zum 31. Oktober vollständig und ohne Einschränkungen übernimmt. Zudem soll die Entnahme schadenstiftender Wölfe nicht durch zusätzliche Hürden erschwert werden. Die Landesregierung wird aufgefordert, zeitnah einen revierübergreifenden Managementplan vorzulegen und jene Weidegebiete zu benennen, die aufgrund ihrer Lage oder Beschaffenheit nicht wirksam geschützt oder nicht zumutbar wolfsabweisend eingezäunt werden können. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob die administrativen Voraussetzungen für die sofortige Anwendung des neuen Bundesrechts in Niedersachsen bereits bestehen und gegebenenfalls unverzüglich geschaffen werden müssen. Ebenso erwartet die CDU eine klare Festlegung, welche Herdenschutzmaßnahmen unter den vielfältigen Bedingungen des Landes als zumutbar gelten. Schließlich soll das Landesrecht, einschließlich des Niedersächsischen Jagdgesetzes, an die neuen bundesrechtlichen Regelungen angepasst und entsprechende Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht werden.
Thümler weist darauf hin, dass die Region Wesermarsch mit ihren Deichlinien und zahlreichen Weidetierbetrieben in besonderem Maße auf funktionierenden Herdenschutz angewiesen ist. „Die Deiche müssen beweidet werden, um ihre Stabilität zu sichern. Wenn Wolfsangriffe dazu führen, dass Tierhalter aufgeben, gefährdet das langfristig auch den Küstenschutz“, merkt Thümler an. Er betont, dass der Antrag nicht gegen den Wolf gerichtet sei, sondern für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Artenschutz, Weidetierhaltung und Sicherheit. „Der Wolf hat seinen Platz in unserer Kulturlandschaft. Aber wir müssen seine Bestände so managen, dass Menschen, Tiere und Deiche geschützt werden. Es ist höchste Zeit, dass Niedersachsen handelt.“ (pm/lr – Foto: Symbolbild pixaybay)