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30.06.2026, Lokalredaktion
„Mit dem Managementplan setzen wir genau das um, was wir mit der Novelle des Jagdgesetzes versprochen haben: schnelles, rechtssicheres Handeln, wenn Wölfe immer wieder Weidetiere reißen“, erklärte die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann zur Freigabe des revierübergreifenden Wolfsmanagementplans durch das Kabinett. „Schnellabschüsse nach einem Riss und die Möglichkeit, in festgelegten Interventionsgebieten auch ganze Rudel zu entnehmen, geben unseren Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern endlich die Sicherheit, auf die sie lange gewartet haben. Gleichzeitig bleibt der Wolf eine geschützte Tierart – wir handeln verantwortungsvoll und im Rahmen des Artenschutzes, aber wir handeln.“
Das Kabinett hatte den Managementplan am vergangenen Montag zur Veröffentlichung freigegeben. Möglich wurde dies durch das novellierte Niedersächsische Jagdgesetz, das eine Woche zuvor im Landtagsplenum verabschiedet worden war. Der Plan regelt nun die konkreten Rahmenbedingungen für die Bejagung von Wölfen, die Weidetiere reißen.
Er beruht auf zwei Säulen: Zum einen ermöglicht er Schnellabschüsse nach einem Rissgeschehen, wenn ein von der Landwirtschaftskammer beauftragter Sachverständiger feststellt, dass der Schaden trotz zumutbar ergriffener Herdenschutzmaßnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit durch einen Wolf verursacht wurde. Das Land legt dann ein Jagdgebiet im Radius von drei bis 20 Kilometern um den Schadensort fest; der Abschuss kann bis zu sechs Wochen lang erfolgen und endet, sobald ein Wolf erlegt wurde.
Zum anderen können sogenannte Interventionsgebiete eingerichtet werden, wenn in einem Wolfsterritorium trotz Herdenschutz drei Schadensereignisse eingetreten sind. Dort darf – im Zeitraum vom 1. November bis Ende Februar, bei Jungwölfen bereits ab dem 1. Juli – auch ein ganzes Rudel entnommen werden, längstens bis Ende Februar.
Der Wolf bleibt dabei weiterhin eine geschützte Tierart: Für das Jagdjahr 2026/2027 dürfen in der atlantischen Region maximal 22 und in der kontinentalen Region maximal 5 adulte, territoriale Wölfe entnommen werden, um den günstigen Erhaltungszustand der Population nicht zu gefährden. Niedersachsen zählt derzeit rund 60 reproduktive Rudel und etwa 600 Wölfe; die Population wächst nach einer früheren Wachstumsphase von rund 30 Prozent inzwischen jährlich um etwa 5 bis 10 Prozent. (pm/lr – Foto: Büro Logemann)