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30.07.2026, Lokalredaktion
„Ich begrüße ausdrücklich die Anstrengungen des Kultusministeriums beim Ausbau der Ausbildungsmöglichkeiten für Erzieherinnen und Erzieher sowie Sozialassistentinnen und Sozialassistenten. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Niedersachsen auf dem richtigen Weg ist. Gleichzeitig dürfen wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen, denn in unseren Kindertageseinrichtungen fehlen weiterhin dringend benötigte Fachkräfte“, erklärt die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann.
Im Schuljahr 2025/2026 befanden sich in Niedersachsen rund 20.200 Schülerinnen und Schüler in Bildungsgängen, die zu einem Abschluss als Sozialpädagogische Assistentin beziehungsweise Sozialpädagogischer Assistent oder als Erzieherin beziehungsweise Erzieher führen. Im Schuljahr 2015/2016 waren es noch rund 14.400 Schülerinnen und Schüler. Damit ist die Zahl innerhalb von zehn Jahren um etwa 5.800 Personen beziehungsweise rund 40 Prozent gestiegen.
Auch die Teilzeitausbildung gewinnt weiter an Bedeutung. Während im Schuljahr 2015/2016 rund 698 Schülerinnen und Schüler eine tätigkeits- oder berufsbegleitende Teilzeitausbildung absolvierten, waren es im Schuljahr 2025/2026 bereits 3.218. Das entspricht nahezu einer Verfünffachung. Allein gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl um 8,8 Prozent.
„Diese Entwicklung ist erfreulich und zeigt, dass vergütete, dualisierte und berufsbegleitende Ausbildungsangebote angenommen werden. Sie eröffnen mehr Menschen den Weg in den sozialpädagogischen Beruf und machen die Ausbildung insbesondere für Menschen attraktiv, die bereits berufstätig sind oder Verantwortung für eine Familie tragen“, so Logemann.
Gleichzeitig sei die Situation in den Einrichtungen weiterhin angespannt. Zwar habe sich der Bedarf an Betreuungsplätzen in einigen Bereichen etwas entspannt. „Der Bedarf an Ganztagsbetreuung ist jedoch ungebrochen. In vielen Einrichtungen kann das vorhandene Angebot wegen des Personalmangels noch immer nicht im gewünschten Umfang bereitgestellt werden. Für Familien ist das eine erhebliche Belastung“, betont die Abgeordnete.
Deshalb müsse das Land seine Anstrengungen fortsetzen und die Rahmenbedingungen für Ausbildung und Beruf weiter verbessern. Dazu gehörten insbesondere zusätzliche Ausbildungskapazitäten, attraktive vergütete Ausbildungsmodelle, gute Arbeitsbedingungen, bessere Möglichkeiten für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie gezielte Angebote zur Anerkennung und Qualifizierung ausländischer Fachkräfte.
Positiv bewertet Karin Logemann auch die Entwicklung der zweijährigen Berufsfachschule Sozialpädagogik. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die mit einem Hauptschulabschluss in diese Schulform starten können, ist in den vergangenen drei Jahren um fast 44 Prozent auf nunmehr 973 gestiegen. Zudem besuchten im Schuljahr 2025/2026 deutlich mehr als 3.600 Schülerinnen und Schüler den Schwerpunkt Sozialpädagogik im Rahmen der Doppelqualifizierung am Beruflichen Gymnasium und erwarben dort parallel zum Abitur einen staatlich anerkannten Berufsabschluss.
„Wir brauchen weiterhin jede und jeden, der sich für einen sozialpädagogischen Beruf entscheidet. Die steigenden Ausbildungszahlen machen Mut. Sie sind aber kein Grund, nachzulassen. Gute frühkindliche Bildung, verlässliche Betreuung und echte Ganztagsangebote gibt es nur mit ausreichend qualifiziertem Personal. Dafür müssen wir weiter gemeinsam investieren“, erklärt Karin Logemann abschließend. (pm/lr – Foto: Büro Logemann)