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15.01.2026, Lokalredaktion
„Häusliche Gewalt geschieht oft im Verborgenen, direkt nebenan – in Wohnungen und Häusern, in denen sich Menschen eigentlich sicher fühlen sollten. Mit der Kampagne ‚Kein Raum für häusliche Gewalt‘ setzen wir in Niedersachsen ein wichtiges Zeichen: Wir schauen nicht weg, sondern stehen an der Seite der Betroffenen“, erklärt Karin Logemann, SPD-Landtagsabgeordnete für die Wesermarsch.

Die landesweite Kampagne, die heute, am 15. Januar 2026 startet, wurde vom Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) initiiert und gemeinsam mit dem Landespräventionsrat Niedersachsen, der Polizei sowie Beratungsstellen umgesetzt. Ziel ist es, häusliche Gewalt im Wohnumfeld sichtbar zu machen und Betroffenen niedrigschwellige Unterstützung anzubieten.
Die Zahlen zeigen den Handlungsbedarf deutlich: Im Jahr 2024 wurden in Niedersachsen 32.545 Fälle häuslicher Gewalt polizeilich registriert – ein Anstieg um rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Die steigenden Fallzahlen sind einerseits ein positives Signal, weil mehr Menschen den Mut finden, Hilfe zu suchen. Andererseits zeigen sie, wie wichtig Prävention und Schutzangebote sind“, betont Logemann.
Die Kampagne setzt auf Zusammenarbeit: Mitarbeitende von Wohnungsunternehmen werden sensibilisiert und mit örtlichen Beratungsstellen vernetzt. Plakate, Postkarten und eine mehrsprachige Website mit Hilfetelefonnummern sollen Nachbarschaften ermutigen, hinzusehen und Zivilcourage zu zeigen.
„Häusliche Gewalt ist keine Privatsache. Sie betrifft vor allem Frauen, aber auch Männer und Kinder – unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status. Wir alle können dazu beitragen, dass Menschen in Not Hilfe finden“, so Logemann abschließend.
Ziele und Maßnahmen der Kampagne:
Neben der Sichtbarmachung häuslicher Gewalt im Wohnumfeld sollen Betroffene niedrigschwellige Unterstützung erhalten. Dies umfasst die Sensibilisierung von Mitarbeitenden in Wohnungsunternehmen sowie deren Vernetzung mit örtlichen Akteuren – insbesondere den sog. Runden Tischen gegen häusliche Gewalt. Daneben wird eine mehrsprachige Website mit Hilfetelefonnummern bereitgestellt. Kampagnenmaterialien (Plakate, Postkarten, Banner) werden zur Information und Aktivierung von Mieterinnen und Mietern in Mehrfamilienhäusern und im öffentlichen Raum verteilt, um Zivilcourage und Hilfsbereitschaft zu fördern. (pm/lr – Foto: Symbolbild pixabay)
Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie unter: gegen-häusliche-gewalt.de