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31.07.2026, Lokalredaktion
Es gibt viele gute Gründe für eine duale Ausbildung: vielfältige Karrierechancen, ein frühes eigenes Einkommen, Praxiserfahrung statt reiner Theorie und internationale Perspektiven in Industrie und Handel. Dennoch sinkt die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse. Das zeigen die jüngsten Erhebungen zum Start des Ausbildungsjahres 2026 – auch im Oldenburger Land. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Oldenburgische IHK rund 1,5 Prozent weniger Verträge eintragen. „Das ist eine Entwicklung, mit der wir nicht zufrieden sein können“, betont IHKPräsident Jan Müller. Gleichzeitig gehen weiterhin Ausbildungsverträge ein, sodass erst zum 30. September verlässliche Aussagen getroffen werden können. Viele Betriebe besetzen zudem auch kurzfristig noch freie Ausbildungsstellen. „Wir müssen das Thema Ausbildung stärker in den Fokus rücken – und zwar in allen Wirtschaftsbereichen“, appelliert Müller.
Denn die Betriebe wollen weiterhin ausbilden und suchen dringend Nachwuchs – trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das zeigt auch die aktuelle DIHK-Ausbildungsumfrage. Zwar reduzieren derzeit mehr Betriebe ihr Ausbildungsangebot, viele setzen aber weiterhin auf die Ausbildung eigener Fachkräfte und investieren in ihren Nachwuchs.
Dennoch bleibt inzwischen in mehr als jedem zweiten ausbildungsbereiten Betrieb mindestens eine Ausbildungsstelle unbesetzt. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, freie Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen.
„Die duale Ausbildung ist für junge Menschen attraktiv und genießt ein gutes Image. Viele wissen aber gar nicht, welche vielfältigen Berufschancen es gibt und wo sie freie Ausbildungsstellen finden“, sagt Ludger Wester, stellvertretender Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung. „Besonders bei den industriell-technischen Ausbildungsberufen bieten die Bereiche IT, Metall und Elektro sowie Chemie und Kunststoff hervorragende Zukunftsperspektiven. Mit einer dualen Ausbildung und anschließenden Weiterbildungen zum Fachwirt, Meister oder Techniker können junge Menschen den industriellen Transformationsprozess aktiv mitgestalten.“
IHK-Präsident Jan Müller weiß aus eigener Erfahrung, welchen Wert eine Ausbildung hat: Auch er hat sich zu Beginn seines beruflichen Werdegangs für eine Ausbildung entschieden. „Eine Ausbildung bietet dabei nicht nur Karriereperspektiven, sondern ist auch einer der wichtigsten Faktoren für eine sichere Beschäftigung“, sagt Müller. „Und gerade bei uns im Oldenburger Land haben wir eine hohe Qualität in der Ausbildung – das macht auch unser Siegel TOP Ausbildung deutlich, mit dem wir hervorragende Ausbildungsqualität in den Betrieben sichtbar machen.“
Unterstützung bei der Suche nach dem richtigen Beruf bietet die IHK mit ihrem Ausbildungsportal www.meine-ausbildung-in-niedersachsen.de. Dort gibt es einen Überblick über die mehr als 300 unterschiedlichen Ausbildungsberufe und Berufschancen in Niedersachsen. Und Ludger Wester hat noch einen Tipp: „Für ein besseres Matching zwischen Azubi und Betrieb kann es hilfreich sein, bei der Berufswahl nicht ausschließlich einen einzelnen Wunschberuf in den Blick zu nehmen, sondern auch verwandte Ausbildungsberufe mit vergleichbaren Tätigkeitsfeldern und Entwicklungsmöglichkeiten zu berücksichtigen.“
„Die duale Ausbildung überzeugt: Auszubildende bewerten insbesondere die damit verbundenen Berufs- und Zukunftschancen überwiegend positiv“, sagt IHK-Präsident Müller. Dass sich eine Ausbildung langfristig auszahlt, zeigt auch die aktuelle DIHK-Ausbildungsumfrage: Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wollen vier von fünf Ausbildungsbetrieben mindestens drei Viertel ihrer Auszubildenden übernehmen. Rund zwei Drittel übernehmen sogar alle erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen. Damit bleiben die Beschäftigungs- und Karriereperspektiven nach einer dualen Ausbildung ausgesprochen gut. (pm/lr)