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17.04.2026, Lokalredaktion
Helmut Heyen ist in der Wesermarsch als Autor bekannt. Inzwischen hat er vier Romane geschrieben und eine Sammlung plattdeutscher Kurzgeschichten. Seine Bücher sind im Isensee Verlag Oldenburg erschienen.
Für seinen Roman „Unter Windflüchtern“ erhielt er 2024 einen Schweizer Literaturpreis, sein Roman „Mordstein“ wurde zu einem Theaterstück „Anna Rüdebusch“, das 2025 erfolgreich am Originalschauplatz – auf dem denkmalgeschützten Hof von Annette und Michael Haaken, in Golzwarderwurp – aufgeführt wurde.
Jetzt hat der Autor Helmut Heyen, der inzwischen in Elmshorn wohnt, sein fünftes Buch veröffentlicht. Pünktlich zum Jubiläumsjahr „500 Jahre Heinrich Rantzau“ ist im Isensee Verlag Oldenburg der historische Roman „Grafenmord“ erschienen. Das Buch führt die Leserinnen und Leser in die bewegte Geschichte der Region Schleswig – Holstein ins 17. und frühe 18. Jahrhundert zurück.
Im Mittelpunkt steht die Adelsfamilie Rantzau. Heinrich Rantzau galt als bedeutender Staatsmann und Humanist. Sein Enkel Christian erreichte am kaiserlichen Hof in Wien die Ernennung zum Reichsgrafen. Damit entstand die Freie Reichsgrafschaft Rantzau – ein kleines Territorium, zu dem neben den damaligen Orten Barmstedt und Elmshorn auch zahlreiche umliegende Dörfer und die Güter Breitenburg und Drage gehörten. Es gab enge Beziehungen zum dänischen König und auch zur Grafschaft Oldenburg.
Die Reichsgrafschaft Rantzau bestand allerdings nur 76 Jahre. Schließlich fiel das Gebiet an das dänische Königreich. In seinem Roman schildert Heyen Entstehung und Niedergang dieses Kleinstaates und verbindet regionale Geschichte mit den großen politischen Ereignissen Europas.
Denn die Handlung spielt in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche. Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges und die Auseinandersetzungen im Großen Nordischen Krieg erreichten auch die Region. Mächtige Herrscher wie die dänischen Könige, der schwedische König Karl XII., der russische Zar Peter der Große und August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, rangen um Einfluss im Norden Europas. Die Herzogtümer Schleswig und Holstein waren Teil dieses Machtgefüges.
Ein dramatisches Ereignis bildet den Höhepunkt der Geschichte. Der dritte Reichsgraf Christian Detlev von Rantzau fällt im Vosslocher Wald einem Mordanschlag zum Opfer. Wegen seiner verschwenderischen Lebensführung und seiner tyrannischen Herrschaft war er bei seinen Untertanen verhasst. Ein Stein im Vosslocher Wald erinnert noch heute an dieses Ereignis.
Helmut Heyen verbindet in seinem Roman historische Fakten mit einer spannenden Handlung und persönlichen Schicksalen. So entsteht ein lebendiges Bild einer Epoche, in der große Politik auch das Leben in der Region bestimmte. (pm/lr – Foto: privat)