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23.07.2026, Lokalredaktion
Kostenlose Beratung soll Eltern Zugang zur kinderärztlichen Versorgung erleichtern
Der Landkreis Wesermarsch erweitert sein Angebot im Gesundheitsamt um eine kinderärztliche Beratungssprechstunde. Ab dem 1. September 2026 findet diese in einer zunächst befristeten Testphase an jedem zweiten und vierten Mittwoch im Monat von 13 bis 15.30 Uhr im Gesundheitsamt (Rönnelstraße 10, 26919 Brake) statt. Das Angebot ist offen, kostenfrei und kann ohne vorherige Terminvereinbarung besucht werden.
Die Beratungssprechstunde versteht sich ausdrücklich als Ergänzung zur bestehenden kinderärztlichen Versorgung und nicht als Konkurrenz zu den niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzten in der Wesermarsch. Sie richtet sich insbesondere an Familien, die bislang keinen oder nur erschwerten Zugang zu den regulären Vorsorgeangeboten haben, deren Versicherungsschutz nicht gegeben oder unklar ist und dadurch bei der Gesundheitsvorsorge ihrer Kinder durchs Raster fallen könnten.
„Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen stellen wir immer wieder fest, dass einzelne Kinder noch keine kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen haben“, erklärt Amtsärztin Dr. med. Christina Matzigkeit. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die gesundheitliche Begleitung der Kinder, sondern erschwert unter Umständen auch die Arbeit der niedergelassenen Kinderärzte: Bestimmte Vorsorgeuntersuchungen können rückwirkend nicht mehr über die Krankenkassen abgerechnet werden. „Unser Angebot versteht sich deshalb als Wegweiser für Eltern, die den Weg zur kinderärztlichen Untersuchung bisher nicht gefunden haben“, erläutert Claudia Trüper, stellvertretende Leiterin des Fachdienstes Gesundheit.
Mit der neuen Beratungssprechstunde möchte das Gesundheitsamt frühzeitig Unterstützung anbieten, Eltern beraten und Kindern den Zugang zu einer medizinischen Begleitung erleichtern. Gleichzeitig soll die zunächst befristete Testphase Aufschluss darüber geben, wie groß der tatsächliche Bedarf für ein solches ergänzendes Angebot im Landkreis Wesermarsch ist. Um die Zielgruppe möglichst gut zu erreichen, wird die Beratungssprechstunde unter anderem über die Sozialämter, das Refugium sowie die Frühen Hilfen bekannt gemacht. Hierfür wurden Informationsflyer in mehreren Sprachen erstellt. (pm/lr – Foto: Landkreis Wesermarsch/Meister)
Titelfoto (v. l.): Claudia Trüper und Dr. med. Christina Matzigkeit stellen bei Schuleingangsuntersuchungen fest, dass manche Kinder noch nie zur Vorsorge beim Kinderarzt waren. Mit einem niedrigschwelligen Angebot wollen sie das ändern