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08.09.2025, Lokalredaktion
Im Zentrum des sich über Monate hinziehenden Konfliktes zwischen der Kreispolitik, der Kreisverwaltung und den Verantwortlichen im Vorstand der Musikschule Wesermarsch stehen sehr unterschiedliche Bewertungen von Fakten, die nicht das geringste mit einer unzureichenden Würdigung der Bedeutung der musikalischen Bildung in der Wesermarsch zu tun haben. . Im Gegenteil: Kreispolitik und Verwaltung sind sich in dem Ziel einig, die Angebote in diesem wichtigen Bereich kultureller Bildung sowohl für die musikalische Früherziehung, in den Schulen des Landkreises und auch im klassischen Bereich des individuellen Unterrichtes zu verstetigen, zu verbessern und auszubauen.
Die Musikschule konnte den Verantwortlichen des Landkreises zu keinem Zeitpunkt darlegen , warum sich trotz einer immensen Zuschusserhöhung seit 2023 die Zahl der Schüler auf unter 700 fast halbiert, die Personalkosten sich gleichzeitig aber verdoppelt haben. Nach aktuellen Vorstellungen der Verantwortlichen der Musikschule werden vom Landkreis zukünftig jährlich ca. 600 Tsd. € erwartet, um den Betrieb eines privaten Vereins gewährleisten zu können. Das ist ein absoluter Präzedenzfall im Haushalt des Landkreises. Es ist nicht das Geld der Kreispolitik, das wir leichtfertig verteilen könnten, es ist das Geld aller Steuerzahler, mit dem sorgfältig umzugehen selbstverständlich sein sollte. Die aktuell drohende Haushaltssicherung wird uns noch zu weiteren Einsparungen zwingen. Die zum Vergleich herangezogene KVHS kommt als kreiseigene Gesellschaft bei einer wesentlich höheren Leistung mit einem wesentlich geringeren jährlichen Zuschuss aus. Und anders als bei der Musikschule hat die Leitung der KVHS es auch nicht versäumt, während der Corona bedingten Einschränkungen die zur Verfügung stehende Entschädigungen zu beantragen.
Seit dem Dezember 2023 wusste die Musikschule, dass der einmalig erhöhte Zuschuss nicht für die Folgejahre gezahlt werden würde. Es gab die Aufforderung, zusammen mit der KVHS ein zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln.
Das von der Musikschule vorgelegte Konzept sah die Beibehaltung der Strukturen der Musikschule unter dem Dach der KVHS vor. Finanziell und organisatorisch sollte alles so bleiben, wie es war. Dies hätte nicht zu der notwendigen Reduzierung der Kosten geführt. Mehr als eine halbe Million Euro für weniger als 700 Schülerinnen und Schüler als Zuschuss für einen privaten Verein war nicht verantwortbar. Dies wurde den Vertretern der Musikschule auch so mitgeteilt.
Trotz der der heftigen Beschimpfungen und Beleidigungen der ehrenamtlich tätigen Kommunalpolitiker der Gesellschafterversammlung der KVHS wurde der Kontakt der Kreispolitik und -Verwaltung zu den Verantwortlichen der Musikschule nicht abgebrochen. Bei einem letzten Gespräch der Vertreter in der Gesellschafterversammlung mit dem Vorstand der Musikschule versprach der Vorstand ein neues Konzept vorzulegen, was nie geschah. Stattdessen wurde beim Landkreis ein neuer finanzieller Antrag auf 75000€ gestellt, um einen Insolvenzantrag zu vermeiden. Weitere Gesprächstermine wurden von den Vorstandsmitgliedern nicht mehr wahrgenommen oder kurzfristig abgesagt.
Fazit aus Sicht der Kreispolitik: Trotz zahlreicher Gesprächsangebote an die Musikschule waren die Verantwortlichen der Musikschule nicht bereit, die Strukturen so zu verändern, dass ein eigener Beitrag zur nachhaltigen Sicherung des Vereins geleistet werden kann.
Die Mitglieder des Kreistages sind verantwortlich für den verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern. Der Vorstand der Musikschule scheint in einer anderen Welt zu leben und möchte jetzt laut dem Brief an Sie 587.600 € vom Landkreis bekommen und beschwert sich, dass letztlich nur die vertraglich vereinbarte Summe von 282.338 € gezahlt werden soll.
Der Insolvenzantrag des Vorstands stellt sowohl den Landkreis als wesentlichen Geldgeber, als auch die Angestellten und Kunden der Musikschule vor vollendete Tatsachen. Vor diesem Hintergrund werden Kreispolitik und Verwaltung alle notwendigen Schritte und Maßnahmen einleiten, um zeitnah Ersatzstrukturen für eine umfassende musische Bildung, besonders für Kinder und Jugendliche, zu schaffen. Alle künftigen Aktivitäten und Angebote werden unter dem Dach der KVHS in einem gesonderten Organisationsbereich angeboten.
Die Geschäftsführung der KVHS ist jetzt durch die Gesellschafterversammlung legitimiert worden, ab sofort alle erforderlichen Personalentscheidungen für den Aufbau des Lehrkörpers für die neue Musiksparte zu treffen. Die ersten, von der Insolvenz der Musikschule bedrohten Dozenten seien bereits mit der KVHS wegen einer dort möglichen Lehrtätigkeit in Verbindung getreten.
Die KVHS wird zum 1.02.26 ein attraktives Musikangebot aufbauen, das sich vor allem an Kinder und Jugendliche richten wird. Hierfür wird der Kreistag finanzielle Mittel bereitstellen.
Bitte fordern Sie die Musiklehrer*innen Ihrer Kinder auf, das Gespräch mit der Geschäftsführung der KVHS zu führen, um die musikalische Ausbildung weiterführen zu können. (pm/lr)