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09.07.2026, Lokalredaktion
Die überraschend angekündigte Schließung des St.-Bernhard-Hospitals in Brake hat in der gesamten Wesermarsch große Bestürzung ausgelöst. Noch vor wenigen Wochen wurde öffentlich betont, der Standort sei „auf einem guten Weg“. Nun steht die Region vor einer Entscheidung von erheblicher Tragweite für die medizinische Versorgung.
Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert ein sofortiges gemeinsames Handeln aller Verantwortlichen – der Krankenhausträger, des niedersächsischen Gesundheitsministeriums und des Landkreises. Ziel müsse es sein, den Gesundheitsstandort Brake zu sichern und die Interessen der Bevölkerung in den Mittelpunkt zu stellen.
„Jetzt gilt es, den Gesundheitsstandort zu sichern – wenn nicht als Krankenhaus, dann als Regionales Gesundheitszentrum. Wir GRÜNE werden es nicht zulassen, dass die medizinische Versorgung in der Wesermarsch entscheidend geschwächt wird“, erklärt Jürgen Janssen, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Kreistag. „Wir fordern alle Verantwortlichen auf, unverzüglich miteinander ins Gespräch zu gehen. Eines der wichtigsten Ziele muss die Sicherung der Arbeitsplätze des medizinischen Fachpersonals sein.“
Auch die unabhängige Bürgermeisterkandidatin Jaqueline Günther zeigt sich tief besorgt über die Folgen für die Menschen in Brake: „Es kann nicht sein, dass die Braker Bevölkerung medizinisch im Stich gelassen wird. Es wurde den Aussagen des Hospitals auf eine gute Zukunft geglaubt.“ Sie betont, dass die medizinische Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger höchste Priorität habe: „Die Sicherung der medizinischen Versorgung der Brakerinnen und Braker sowie der Menschen in der Wesermarsch hat für mich höchste Priorität – sie gehört unverzichtbar zu unserem Miteinander und Füreinander. Mein Ziel ist es, dass Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal in Brake gute Bedingungen vorfinden. Gleichzeitig setze ich mich dafür ein, dass die Gebäude des Krankenhauses auch künftig sinnvoll genutzt werden und es keinen weiteren Leerstand in unserer Innenstadt gibt.“
Auch aus der Braker Kommunalpolitik kommt deutliche Kritik. Kirsten Günther, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, beschreibt die Nachricht als Schock: „Als Ratsfrau und Fraktionsvorsitzende der Grünen in Brake kam diese Nachricht heute völlig unerwartet und fühlt sich wie ein Schlag ins Gesicht an. Trotz der Insolvenz bestand stets das Ziel, das Krankenhaus weiterzuführen.“ Sie verweist auf strukturelle Probleme, die kleine Krankenhäuser bundesweit betreffen: „Für kleine Krankenhäuser wie das in Brake kam die Krankenhausreform zu spät – der wirtschaftliche Druck war bereits zu groß und die Zeit für notwendige Anpassungen zu kurz. Mein Mitgefühl gilt insbesondere den Mitarbeitenden und ihren Angehörigen.“
Die Grünen im Kreistag und in der Stadt Brake machen deutlich, dass die Region nun rasch Lösungen braucht. Die Sicherung des medizinischen Fachpersonals, die Weiterentwicklung des Standorts und die Vermeidung eines weiteren Leerstands in der Innenstadt stehen dabei im Mittelpunkt. (pm/lr)