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10.05.2026, Lokalredaktion
Die SPD Wesermarsch hat auf ihrer Delegiertenkonferenz den Nordenhamer Lehrer und Kommunalpolitiker Nils Humboldt offiziell zum Kandidaten für die Landratswahl gewählt. Die Veranstaltung wurde von zahlreichen Redebeiträgen geprägt, die die Herausforderungen der Region, die Bedeutung sozialdemokratischer Politik und den Anspruch auf eine aktive Gestaltung der Zukunft betonten.

In seiner Bewerbungsrede zeichnete der gewählte Kandidat Nils Humboldt ein Bild der Wesermarsch als Region mit großen Potenzialen, aber auch deutlichen Versäumnissen der vergangenen Jahre. Besonders die Schließung der Geburtsstation in Nordenham 2019 prägte seine Ausführungen. „Vier Jahre, in denen man hätte handeln können – und erst jetzt wird reagiert. Das ist nicht Führung, das ist Verwaltung“, sagte Humboldt.
Er stellte drei politische Schwerpunkte vor:
1. Verlässliche Daseinsvorsorge
„Gesundheit, Mobilität und Versorgung dürfen keine Frage des Wohnortes sein.“
2. Eine Verwaltung als Partner
„Wenn die Kommunen schwach sind, ist der Kreis nicht stark – er ist isoliert.“
3. Bildung und Demokratie
„Demokratie kippt, wenn die Mitte schweigt. Wir brauchen eine Wesermarsch, die lebt.“ Nils Humboldt betonte, dass Politik nur gemeinsam gelingen könne: „Diese Zukunft gewinnen wir nicht alleine. Wir gewinnen sie nur zusammen.“
Die Landtagsabgeordnete Karin Logemann hob in ihrem Grußwort die Bedeutung des Engagements der Mitglieder hervor. Angesichts zunehmender politischer Härte und gesellschaftlicher Spannungen sei der Einsatz der Ehrenamtlichen unverzichtbar. „Danke für euren Mut, euren Respekt und euren Einsatz für unsere Sozialdemokratie“, betonte Logemann. Sie würdigte die Bereitschaft von Nils Humboldt, für das Amt des Landrates zu kandidieren, und verwies auf dessen berufliche Erfahrung: „Dass unser Kandidat Lehrer ist, ist ein Glücksfall – Bildung ist eines unserer Kernthemen.“ Logemann machte deutlich, dass die SPD in der Wesermarsch geschlossen in den Wahlkampf gehen werde.

Der Nordenhamer Nils Siemen, stellte in seinem Beitrag die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen heraus, die die Region prägen – von geopolitischen Krisen über den demografischen Wandel bis hin zu Fragen der medizinischen Versorgung und des Ehrenamts. „Um all diese Herausforderungen zu bewältigen, brauchen wir eine starke Sozialdemokratie“, sagte Siemen. Er würdigte zudem die enge Zusammenarbeit mit Nils Humboldt: „Er ist ein Mensch, der das Herz am richtigen Fleck hat. Ich weiß, er ist der Richtige für unseren Landkreis.“

Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Hans Francksen, blickte auf zehn Jahre sozialdemokratischer Kreispolitik zurück. Er verwies auf umfangreiche Investitionen in Bildung, Digitalisierung und Infrastruktur. „Ohne Bildung läuft gar nichts – das ist der Kernpunkt sozialdemokratischer Politik“, so Francksen. Er erinnerte an die Rolle der SPD bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Region, insbesondere im Bereich Wasserstoff und Energiewende: „Die Energiewende ist Industriepolitik – und sie ist SPD-Politik.“ Mit Blick auf die Zukunft betonte er die Bedeutung von Wohnraum, interkommunaler Zusammenarbeit und einer lösungsorientierten politischen Kultur.
Die Delegiertenkonferenz zeigte eine SPD, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist und mit klaren inhaltlichen Schwerpunkten in die kommenden Monate geht. Die Reden machten deutlich, dass die Partei sowohl auf ihre Erfolge der vergangenen Jahre verweist als auch entschlossen ist, neue Impulse zu setzen.
Mit der Nominierung von Nils Humboldt setzt die SPD Wesermarsch auf einen Kandidaten, der Verwaltungserfahrung, pädagogische Kompetenz und gesellschaftliches Engagement verbindet. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: MdL Karin Logemann, Landratskandidat Nils Humboldt und Regina Neuke, Co-Vorsitzende des Unterbezirks Wesermarsch