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01.07.2025, Lokalredaktion
Auch wenn die sechs jungen Frauen und Männer am Freitag und Sonnabend noch nicht wussten, ob sie ihre Gesellenprüfung bestanden haben, stellen sie ihre Gesellenstücke zunächst in den Berufsbildenden Schulen und einen Tag später bei famila aus. Jetzt ist jedoch klar, dass alle sieben – einer fehlte bei der Ausstellung am Freitag – ihren Gesellenbrief in der Tasche haben.
Für die Gesellenstücke mussten alle ehemaligen Auszubildenden einen Plan entwerfen, die Kalkulation machen und eine Zeichnung erstellen. Für den Bau ihrer Werkstücke hatten die angehenden Gesellen dann 100 Stunden Zeit. Sie alle haben ihre Gesellenstücke für sich selbst entworfen und wollen diese auch behalten.
Dabei war Bjarne Janßen, 20 Jahre (Rodiek, Lemwerder), der einen halbhohen Schrank für den Flur entworfen und gebaut hat. Die Türen sind auch Eiche und auf Gärung furniert. Es flossen auch Elemente aus Nussbaum mit ein, die einen Tiefeneffekt erzeugen. Aus diesem Holz ist auch eine Schublade, die klassisch verzinkt ist, gefertigt. Mit einem kleinen Schrank in der Mitte soll eine Tiefenwahrnehmung erzeugt werden.

Die 21-jährige Lucy Dietrich (Rodiek, Lemwerder), hat sich für eine Kommode mit Wellenfront entschieden. Der MdF-Korpus ist mit Sen-Esche und im Vakuum-Verfahren furniert. Die Welle ist zuvor gefräst worden und mit der leistungsstarken Vakuumpumpe legte sich das Furnier exakt auf die Grundplatte. Die Kommode hat zudem drei handgezinkte Schubladen.

Einen zweitürigen Kleiderschrank hat der 19 Jahr alte Lucas Sievers (Rodiek, Lemwerder) entworfen. Der Schrank lässt sich leicht auseinanderbauen und hat in der Mittel ein Schubkastenelement mit extra Kleiderstangen. Das Besondere hier ist das weiße Furnier, das in Italien durchgefärbt wurde.

Leon Stegie, 19 Jahre, (Tiesler – Elsfleth), kreierte eine Kommode mit einer beleuchteten Borte, auf der das Tischler- Zunftzeichen zu sehen ist. Dieses hat er in die Borte eingeätzt. Das Gestell und die Deckplatte sind auch Esche, der Korpus besteht aus Spanplatte, die mit HPL beschichtet ist. Die Kommode verfügt über zwei Schubladen im push-to-open-Verfahren. Bezeichnend ist hier die Kombination aus einem Vintage-Look und modernem Design.

Ein Sideboard ist das Werk von Kian Harms, 20 Jahre (Röben-Großenmeer). Er hat dies aus Vollholz Eiche gefertigt und mit MDG-Platten – in Schwarz und Weiß lackiert – verkleidet. Hingucker sind hier die umlaufende Baumkante und die gebürstete Oberfläche. Das Sideboard verfügt über vier Schubladen, zwei mit Griffen und zwei im push-open-Verfahren.

Marie Jürgenbering, 22 Jahre, (Fassmer, Lemwerder), hat sich für einen runden Couchtisch entschieden. Diesen hat sie aus Vollholz Esche und Nussbaum gefertigt. Er hat ein rundes Vorderstück, in dem sich eine Schublade befindet. Das Runde hat sie auch mehreren Furnierschichten beim Leimen in die endgültige Form gepresst. Marie Jürgenbering verlässt ihren Ausbildungsbetrieb, um künftig woanders zu arbeiten.

Einen Schreibtisch mit einem besonderen Design hat Hauke Gollenstede, 21 Jahre (Gerdes – Schweiburg). Entworfen. Der Schreibtisch verfügt über eine Rückwand und zwei Schubladen. Eine davon, ist genau wie die rechte Seite des Schreibtischs um 15 Grad schräg nach hinten abfallend. „Gerade kann jeder“, lautet sein Argument dafür. Die Rückwand ist umlaufend mit einem 15 mm Abstand zur Innenseite, in Edelstahlzapfen eingelassen. Auch Hauke Gollenstede wird künftig in einem anderen Betrieb arbeiten.

Am Freitag nicht dabei war Niklas Hoyer, 27 Jahre, (Fassmer, Lemwerder). Auch er hat ein Sideboard gefertigt. Den Vollholz-Korpus aus Esche hat er farbig geölt. Die Innenkorpusse sind nicht, wie üblich, rechtwinklig, sondern haben die Form eines Parallelogramms, nach rechts verschoben. Zwei Fächer und zwei Schubkästen zum Aufdrücken ergänzen das Werkstück. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)
