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28.04.2026, Lokalredaktion
Am 28. April wird weltweit der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz begangen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) nutzt diesen Tag seit 2003, um auf die Bedeutung sicherer, gesunder und menschenwürdiger Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Der Termin fällt bewusst auf den International Workers’ Memorial Day, an dem der Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gedacht wird. Beide Anlässe rücken die Prävention in den Mittelpunkt – von klassischen Unfallrisiken bis hin zu modernen Belastungen in einer sich stark verändernden Arbeitswelt.
Stress, Überforderung, Konflikte, Mobbing, Belästigung oder Unsicherheit über die berufliche Zukunft gehören inzwischen zu den häufigsten Belastungsfaktoren. Auch in Deutschland zeigt sich ein deutlicher Trend: Während die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle weiter sinkt (2025 auf ca. 730.598 zurückgegangen, was einem Rückgang von rund 24.000 Fällen gegenüber 2024 – Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung), nehmen Ausfallzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen seit Jahren zu (Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen sind auf einem Rekordhoch. Laut DAK-Psychreport 2025gab es 2024 rund 323 Fehltage je 100 Versicherte (Anstieg um 50 % seit der Jahrtausendwende). Gewerkschaften und Fachverbände weisen darauf hin, dass psychosoziale Risiken zwar weit verbreitet, aber vielerorts noch unzureichend geregelt sind.
Hinzu kommt, dass Beschäftigte in Gesundheitswesen, Verwaltung, Handel oder Schulen zunehmend mit verbalen oder körperlichen Übergriffen konfrontiert sind. Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre Mitarbeitenden durch technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen zu schützen. Dazu gehören klare Abläufe, Schulungen, eine gute Teamkultur und eine Führung, die Belastungen ernst nimmt und frühzeitig gegensteuert.
Der Welttag macht deutlich, dass Arbeitsschutz weit mehr ist als das Verhindern von Unfällen. Moderne Arbeitswelten mit Digitalisierung, Homeoffice, KI‑gestützten Prozessen und steigenden Kommunikationsanforderungen verlangen neue Antworten. Ein gesundes Arbeitsumfeld beginnt dort, wo Strukturen klar sind, Zusammenarbeit gelingt und Beschäftigte sich sicher fühlen – körperlich wie psychisch. Der 28. April erinnert daran, dass Prävention eine gemeinsame Aufgabe bleibt, die Unternehmen, Beschäftigte und Gesellschaft gleichermaßen betrifft. (Text: Kerstin Seeland – Foto: KI generiert)