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09.01.2026, Lokalredaktion
Schnee, Eis und anhaltende Glätte bremsen derzeit vielerorts die Müllabfuhr in Niedersachsen aus. In zahlreichen Städten und Landkreisen bleiben Tonnen in Nebenstraßen stehen – auch der Landkreis Wesermarsch ist betroffen. Komplettausfälle ganzer Touren hat es hier zwar bislang nicht gegeben, doch vereinzelte Straßen und Sackgassen konnten aufgrund der winterlichen Bedingungen nicht sicher angefahren werden.
Laut Wettervorhersagen sollen Schnee und Glatteis noch mehrere Tage anhalten. Für viele Haushalte bedeutet das: Tonnen werden nicht immer wie geplant geleert, und ausgefallene Abholungen werden nicht nachgefahren. Wie viele andere Entsorger weist auch die GIB Entsorgung Wesermarsch darauf hin, dass eine verlässliche Planung für Nachholtermine nicht möglich sei, solange unklar bleibt, wann Straßen wieder gefahrlos befahrbar sind. Stattdessen werden die betroffenen Behälter beim nächsten regulären Abfuhrtermin geleert – vorausgesetzt, die Straßen sind dann geräumt und sicher.
Warum Müllfahrzeuge derzeit nicht überall durchkommen
Die bis zu 26 Tonnen schweren Müllfahrzeuge sind im Winterbetrieb besonders auf sichere Straßen angewiesen. „Vereiste Fahrbahnen, nicht geräumte Nebenstraßen, enge Zufahrten und Schneewälle machen das Rangieren extrem gefährlich. Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden und anderer Verkehrsteilnehmender hat absolute Priorität“, heißt es aus der Abfallwirtschaft.
Erschwerend kommt hinzu, dass falsch abgestellte Fahrzeuge die Situation verschärfen und das Durchkommen großer LKW zusätzlich behindern.
Was Haushalte tun können, wenn ihre Tonne stehen bleibt
Damit Abfall nicht über Wochen liegen bleibt, gibt es für Bürgerinnen und Bürger mehrere Möglichkeiten:
Überbrückung bei vollen Tonnen und stehen gebliebenen Säcken
- Papier und Pappe können kostenfrei auf den Recyclinghöfen abgegeben werden.
- Gelbe Säcke möglichst erst zum nächsten regulären Abfuhrtermin herausstellen. Eine Abgabe auf den Recyclinghöfen ist möglich, wird jedoch als Restabfall kostenpflichtig behandelt.
- Garten- und Grünabfälle können auf den Recyclinghöfen für 1 € je 100 Liter abgegeben werden.
- Rest- und Bioabfälle können auf den Recyclinghöfen (ausgenommen Rodenkirchen) gut verschlossen in Säcken kostenpflichtig abgegeben werden. Dank der seit dem 2. Januar 2026 geltenden, kundenfreundlicheren Gebührenstruktur werden folgende Kleinstmengen angenommen:
- bis 125 Liter: 3,00 €
- bis 250 Liter: 6,00 €
Tipps: So erleichtern Bürgerinnen und Bürger die Abfuhr bei Frost und Schnee
Standplätze und Zugang sichern
- Tonnen möglichst dort bereitstellen, wo die Straße geräumt und sicher befahrbar ist.
- Zuwegungen und Standplätze von Schnee und Eis befreien.
- Keine Schneewälle vor oder um die Tonne errichten.
Gefrorene Abfälle vermeiden
- Abfälle lockern, damit sie beim Kippen herausfallen können.
- Feuchte Küchenabfälle in Bio-Papiertüten einschlagen – sie saugen Feuchtigkeit besser auf und verhindern Festfrieren.
- Biomüll mit Pappe oder Karton unterlegen.
- Schichtweise Befüllung: Pappe oder Strauchgut unten, feuchte Abfälle dazwischen.
- Tonnen frostgeschützt lagern, etwa in Garage oder Hausnähe.
Wichtig für die Arbeitssicherheit
Das Personal darf aus Sicherheitsgründen nicht in Tonnen hineingreifen.
Außerdem werden maximal drei Schüttvorgänge pro Tonne durchgeführt, sonst könnten Behälter beschädigt werden oder ins Entsorgungsfahrzeug fallen.
Geduld gefragt – Abfuhr dauert länger
Entsorger bittet um Verständnis: Unter den aktuellen Wetterbedingungen benötigen die Touren deutlich mehr Zeit als üblich. Trotzdem setzt die GIB alles daran, die regulären Abfuhrpläne weitestgehend einzuhalten, soweit es die Sicherheit zulässt. (pm/lr – Foto: GiB)